Donnerstag, 31. Juli 2008

17.01.08 The Police Concert

Heute war es also endlich soweit - das langersehnte Konzert von 'The Police'. Einlass in die Westpac Arena war um 18.30 Uhr. Das Wetter war trocken und relativ warm. Unsere Plätze befanden sich auf der riesigen Rasenfläche der Arena. Das ganze Grün war von weißen Plastikstühlen förmlich übersät. Unser Blick zur Bühne war ausgezeichnet - nur ca. 100 Meter entfernt. Um 19.15 Uhr trat dann die erste, für mich unbekannte, Gruppe auf. Als das Gejaule endlich vorbei war, trat Fergie auf, deren Lieder in den neuseeländischen Charts hoch- und runter gespielt wurde. Die Songs kamen uns schon aus den Ohren raus; jetzt auch noch live!!! Ihre Show war energiegeladen und (für uns) unterhaltsam: ihre Tanztruppe bestand eigentlich nur aus Farbigen, wobei zwei Tänzerinnen uns das Gefühl gaben, direkt aus dem MC Hammer Musik Videoclip "Can't touch this" entsprungen zu sein. Sie hatten sehr kräftige Beine. Eigentlich bestanden nur aus mächtigen Beinen!!! Wer dieses Video nicht kennt, sollte sich das unbedingt antun ;)))
Ein paar Sitzplätze weiter rechts wurden wir von einem Mann angesprochen, der wohl so um die 40er herum einzuschätzen war - altersmäßig natürlich. Er stellte sich mit Namen und Berufsbezeichnung vor. An seinen Namen kann ich mich nicht mehr erinnern, aber er war bzw. ist Kleinbauer. "Wenn 'The Police' auftritt, werdet ihr doch richtig mitrocken, oder?", fragte er uns. Für seinen Geschmack saßen wir wohl zu ruhig auf unseren Plastikstühlen. Kein Wunder: wer die Songs im Radio schon immer wegdrückt, wird live nicht gerade in Extase geraten!!!
Nach zig Stunden ging es dann endlich los: mein Lieblingssänger Sting trat mit "seiner alten" Truppe 'The Police' auf. Die Betonung lag auf alt. Auch diese Herren kamen in ihre Jahre. Sting hatte einen vollen Rauschebart. An das musste ich mich erst einmal "gewöhnen". Aber einen schönen Mann kann nichts entstellen. Oh oh, ich hoffe, mein Langer wird nicht eifersüchtig, wenn er das liest :)
Die Zuschauer standen natürlich alle auf, vorher saßen sie noch brav. Ich, die Kurze, musste mir mal wieder ein Guckloch suchen. Der Lange schlug sogar vor, mich auf seine Schultern zu nehmen, was ich dankend und voller Skepsis abgelehnt hatte. Ich wollte ihn ja nicht in den Boden rammen!!! Wozu gab es denn die riesigen Leinwände? Die Songs waren natürlich alle toll. Die Textteile, die wir auch kannten, sangen wir laut mit; bei den anderen Stellen kam nur ein lalala heraus. Wir wippten und tanzten zur Musik. Für unseren Nachbarn weiter rechts war das aber anscheinend immer noch nicht genug. Der war vollkommen außer Rand und Band und total verschwitzt. Das T-Shirt oder Hemd war auch schon nicht mehr an seinem Körper. Er stachelte uns ständig an, doch mehr herumzuhüpfen und alles im Umkreis von zwei Metern "unsicher" zu machen. Wir ließen uns aber nicht so von der Seite anschnacken und genossen das Konzert in vollen Zügen. Aber auch schöne Dinge enden mal. In diesem Fall war es ca. 23 Uhr.
Auf dem Weg zum Ausgang trafen wir sogar "unsere" Ärztin, die uns für die Immigrationsgeschichte hier gesundheitlich unter die Lupe nahm. Sie erkannte uns auch auf Anhieb. Tja, Neuseeland ist schon echt ein kleines Dörfchen!!!!
Nochmals einen lieben Dank an die Güsteraner-Eltern, denn denen hatten wir dieses schöne Konzert zu verdanken. Auf solche Weihnachtsgeschenke freut man sich!!!

Mittwoch, 25. Juni 2008

04.01.08 Napier / Heimfahrt

Am heutigen Tag standen wir frühzeitig auf; die Erdbeerkonfitüre schrie ja förmlich nach mir. Kaum saßen wir am Tisch, kam die B&B Besitzerin an und fragte, wieviele Toastscheiben wir wollten und was wir trinken wollten. So ganz nebenbei fragte ich auch nach der leckeren Konfitüre. Wir hatten noch Glück: es gab ein kleines Schälchen. Der Tag war für mich schon mal gerettet! Genüßlich schlemmten wir. Eines war aber merkwürdig: die Besitzerin kam so ca. alle 5 Minuten an und fragte, ob wir die Erdbeerkonfitüre denn noch essen wollten. Wir bejahten diese Fragen immer wieder. Ich bin doch schließlich ein Gourmet und kein Gourmant! Als wirklich nicht mehr viel von der Konfitüre im Schälchen war, fragte sie nochmals. Ich bejahte wieder und fragte aber diesesmal nach dem Grund ihrer Fragerei. Es stellte sich heraus, dass wir das letzte Schälchen abbekommen hatten und dass ein weiteres Pärchen an dieser Konfitüre interessiert war, und sie deutete unauffällig auf dieses in der Ecke an einem Tisch sitzenden jungen Paar. Wir trauten unseren Augen nicht: es war das Paar, mit denen wir am gestrigen Tag über genau diese Konfitüre gesprochen hatten und dass sie diese unbedingt probieren sollten. Innerlich konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen und kullerte mich geistig auf dem Fußboden. Ich glaube, dass es dem Langen genau so erging. Diese kurze, aber amüsante Geschichte erzählten wir auch der Besitzerin. Die hat sich auch ziemlich am Riemen reißen müssen. Das Lachen konnte sie sich aber dann doch nicht verkneifen. Als alle anderen Gäste fort waren, lachten wir nochmals herzhaft über diese urkomische Situation.
Wir packten unsere Siebensachen in den Wagen und fuhren los. Der Wein wartete schließlich auf seine neuen Besitzer! Kaum waren die Anfahrtspunkte in unseren Navi eingegeben, waren wir auch schon auf und davon und kauften die Weine ein, die uns am gestrigen Tag so gut geschmeckt hatten. Bei einer neuen Winzerei hatten wir aber auch nochmal einen Stopp eingelegt. Laut Reiseführer lohnte sich dieser Stopp. Die Winzerei "Mission" lag auch wirklich auf einem schönen Fleckchen Erde: die Weinreben lagen sozusagen einem zu Füßen, und das prachtvolle Gebäude thronte über ihnen. Einst war dieses Gebäude ein Kloster gewesen, daher der Name und das Kreuz auf dem Giebel. Der Lange machte auch heute wieder eine Weinprobe. Ich durfte nichts trinken. Ich mußte ja schließlich fahren :(
Während unseres Besuches der "Mission" wurden Vorbereitungen für eine Hochzeit getroffen. Am liebsten hätte ich mir auch nochmal hier mein Brautkleid angezogen und den Langen vor den Altar gezerrt. Den natürlich vorher noch ordentlich mit Wein abfüllen. Dann hätte er wieder: "Ja, ich will" gesagt.
Als unsere Einkaufstour vorbei war, sollte es endlich wieder nach Wellington gehen. Unsere Neugier fand aber kein Ende. In dem Reiseführer wurde ein "besonderer" McDonald's als weitere Sehenswürdigkeit angepriesen. Wenn das schon so ist, mußten wir auch da hin. Es stellte sich als ziemlich interessant dar: es ist der wohl einzige McDo im Art-Deco-Stil. War irgendwie urig.
Der Laden war zwar von außen und innen sehr nett, der Duft allerdings ist der gleiche, wie in jedem anderen McDo. Merkt man gleich, dass wir keine McDo-Gänger sind? Als auch diese Quälerei vorbei war, folgte auch schon die nächste: die lange Fahrt nach Wellington. Kilometermäßig mag es nicht viel sein, aber da die Straßen meist nur einspurig sind (in einer Richtung) und auch noch sehr kurvig sind, können einem z.B. 100km wie eine Ewigkeit vorkommen. Es wunderte also niemanden von uns, dass wir mal wieder spät abends in den eigenen vier Wänden ankamen - total platt und wieder urlaubsreif.

Donnerstag, 19. Juni 2008

3.1.08 Napier

Den Langen mit Schmerzmitteln und anderen Drogen vollgepumpt, wollten wir uns Napier mal genauer angucken.
Napier ist ein schnuckelig, kleines Städtchen mit ca. 55000 Einwohnern. Im Ortskern findet man vornehmlich Gebäude im sogenannten Art-deco-Stil der späten 1920er- und frühen 1930er-Jahre. Warum stellt man sich jetzt die Frage. Der Grund ist allerdings ein trauriger:
Am 3. Februar 1931 um 10.47 Uhr morgens legte ein gewaltsames Erdbeben, mit einer Stärke von 7,9 auf der nach oben offenen Richterskala, die gesamte Stadt in Schutt und Asche. Dieses Beben war so stark, dass man es sogar im fernen Großbritannien registrieren konnte. In den darauf folgenden zehn Tagen bebte die Erde noch ca. 580 mal. Für damalige Zeiten war die Anzahl der Toten ziemlich hoch: insgesamt 258. Die Wasserversorgung war ein riesiges Problem, da der große Wasserturm umgekippt war. Die Menschen ließen sich aber nicht unterkriegen und bildeten ein Kommitee, das sich mit dem neuen Gesicht der Stadt beschäftigte. Man nahm sich die Kalifornier als "Vorbild". Deren Stadt Santa Barbara wurde nämlich auch von einem Erdbeben vor sechs Jahren zerstört. Neuaufgebaut hatten sie es dann im spanischen Stil. In Napier entschied man sich für den Art-deco-Stil, damals noch Modernism genannt. So schlimm ein Erdbeben sein mag, manchmal hat es auch etwas Gutes: Napier bzw. Neuseeland nahm um 33,43 qkm zu. Dieses neue Land nutzte man für einen Flughafen und Neubausiedlungen. In zwei Jahren war Napier wieder aufgebaut.
Dieser Tag empfing uns mit herrlichstem Wetter. Nach einem super leckeren Frühstück, war ja diesesmal B&B mit selbstgemachter Erdbeerkonfitüre, wollten wir uns die Stadt und die Art-deco Gebäude mal näher angucken. Im Ortskern war man von diesen Gebäuden umzingelt, und wir fühlten uns in die Vergangenheit zurück versetzt. Will man dieses Gefühl noch verstärken, muss man am dritten Wochenende im Februar hierher kommen. Beim Art-Deco-Festival feiert die ganze Stadt: viele kleiden sich im 20/30er-Jahre Stil, zeigen ihre Oldtimer auf den Straßen, und von überall erklingt Jazz Musik. Muss ein wirklich schönes Erlebnis sein; Unterkünfte sind Wochen ja sogar Monate vorher ausgebucht.

Der Lange stackste so durch die Stadt, und wir knipsten uns die Finger wund. Ich weiß von meinem Langen, dass er dieses Bummeln überhaupt nicht mag. Für seinen Rücken war diese Art der Anstrengung auch wohl nicht so optimal. Was macht man also, wenn man nicht richtig laufen kann? Man säuft sich die Hucke voll!!!
Bei inzwischen 33°C im Schatten entschieden wir uns für eine geführte Weintour, damit wir beide saufen konnten. Diese ganze Gegend ist für guten Wein bekannt, schließlich herrschen hier über das ganze Jahr gesehen milde Temperaturen. Geführte Weintouren gibt es hier wie Sand am Meer - Touren per Bus oder sogar per Fahrrad von Winzerei zu Winzerei. Darf man eigentlich sich per Fahrrad fortbewegen, wenn man einen sitzen hat? Es gibt sogar Touren, die um 9.00 Uhr morgens starten und den ganzen Tag dauern. Wir wollten aber nicht gleich nach dem Zähneputzen die Zähne desinfizieren. Zum Glück gibt es ja auch noch Nachmittagstouren.
Wir wurden zunächst mit einem Kleinbus abgeholt um dann in einen riesigen Reisebus umzusteigen, der uns zu vier Winzereien fahren würde. Anfangs waren die Leutchen sehr schweigsam im Bus, nur die Fahrerin erzählte etwas über die Gegend und über den nächsten Stopp in der Weinerei, ich meine natürlich Winzerei. Der erste Stopp gefiel mir persönlich sehr gut. Die Umgebung war wunderschön, und der Wein floss. Von Winzerei zu Winzerei wurde die Fahrerin immer stiller, dafür aber die Fahrgäste immer lauter und lustiger. Es gab zwar immer nur winzige Schlückchen an Wein, aber ein leerer Magen und heiße Temperaturen verursachten, dass der Alkohol förmlich direkt ins Hirn schoss. Gekauft hatten wir allerdings keinen Wein. Betrunken soll man ja keine weltbewegenden Entscheidungen treffen. Noch im nüchternen Zustand hatten wir beschlossen, erst alles auszuprobieren, und die, die uns geschmeckt hatten zu notieren, um dann am nächsten Tag mit klarem Kopf einkaufen zu fahren. Ich kann mich gar nicht mehr richtig daran erinnern, was wir direkt nach der Weintour gemacht hatten. Filmriss.
Unser Abendessen hatten wir im "Wok u want". Hier konnte man sein Essen selbst zusammenstellen, mit allem drum und dran. Alles, was man in die Schüssel stopfen konnte, wurde dann vom Koch direkt vor den Augen des Kunden auf einer großen heißen Platte gebrutzelt. War echt lecker, und Softgetränke gab es bis zum Abwinken. So am Abend kamen wir noch ins Gespräch mit neuen Gästen in unserem B&B und erzählten von unserer Weintour. Vom Frühstück und der hausgemachten Erdbeerkonfitüre hatten wir auch noch geschwärmt. Diese sollten sie unbedingt am nächsten Morgen probieren!

Samstag, 14. Juni 2008

2.1.08 Whitianga/Napier

Nach einer nicht so guten Nacht standen wir früh auf. Nach einem verkrampften Frühstück beschlossen wir dann auch, so schnell wie möglich zum Arzt zu gehen. Dieser Zustand war nicht mehr normal. Der Lange konnte nicht aufrecht gehen, geschweigedenn überhaupt richtig gehen. Alles wurde in den Wagen gestopft. Nachdem wir an der Rezeption der Jugendherberge nach einem Arzt in der Nähe fragten, bekamen wir eine sehr verwirrende Wegbeschreibung. Die Zeichnung, die uns dann in die Hand gedrückt wurde, half uns auch nicht weiter. Unsere einzige Hoffnung war unser Navigationsgerät. Dieses leitete uns auch direkt und zuverlässig zum Arzt; dieser war sogar in unserem Gerät "eingespeichert". Der Lange benutzte mich wieder als Stütze, und wir schlichen uns förmlich durch die Hintertür in die Praxis. Das Wartezimmer war vollgestopft mit hauptsächlich älteren Menschen. Aber sogar die bewegten sich geschmeidiger als der Lange. Nach einer akzeptablen Wartezeit, ging es in Zeitlupe zum Behandlungsraum. Der Arzt empfing uns an der Tür, allerdings ohne Handschlag. Diesen hatten wir ihm aber doch noch auferzwungen. Der Lange war nun dran, zu erzählen, wie er zu seiner Haltung gekommen war. Der Arzt wollte es sehr genau wissen, da bei einem plötzlich auftretenden Schmerz (wenn man z.B. etwas falsch angehoben hat) die sogenannte ACC für die Behandlung die Kosten übernimmt. Wir hätten eigentlich nur etwas mogeln müssen, da wir aber beide ehrlich sind, taten wir es nicht. Der ganze Zustand wurde von Minute zu Minute schlimmer, also kein plötzlicher Schmerz. Zur genaueren Untersuchung sollte sich der Lange bäuchlings auf die Liege legen, die für meinen Geschmack extrem kurz war. Sie reichte dem Langen gerade mal bis kurz unter´s Knie. Ich half ihm auf die Liege. Der Arzt krümmte keinen Finger. Als wir die Liege sahen, wurde uns beiden ziemlich übel. Das Kissen war total verschuppt. Der Lange wusste gar nicht, wie er sich darauflegen sollte, ohne diese Schüppchen einatmen zu müssen. Ich bemerkte sein zögern. Letztendlich verschänkte er seine Arme und lag da nun. Der Arzt drückte hier und da auf seinen Rücken und gab sonst keinen weiteren Ton von sich. Der Lange musste dann wieder aufstehen. Erst da sah ich, wie der Rücken aussah. Es war förmlich ein "S" in seinem Rücken zu sehen. Die Muskulatur war so verkrampft, dass die Wirbel aus der Reihe tanzten. In Deutschland hätte unser Arzt dem Langen eine Entspanungsspritze gegeben. Aber als ich diesen Arzt nach soetwas fragte, guckte er mich an, als ob ich von einem anderen Stern käme. Eine Voltaren-Spritze würde doch die Muskulatur auflösen. Ich hatte doch von einer derartigen Spritze gar nicht gesprochen!!! Der einzige Rat von ihm: "Nehmen Sie 3x täglich je Voltaren- und Paracetamoltabletten. Das wird reichen. Ein Physiotherapeut wäre auch nicht schlecht." Auf meine Frage hin, ob Massagen auch etwas bringen würden, bejahte er diese nur kurz. Für ein Voltaren-Rezept und diese tolle hygienische Untersuchung bezahlten wir am Ende 100 Dollar. Der Arzt hieß mit Nachnamen übrigens MacDonald. Für meinen Geschmack war das ein ziemlich teurer M(a)cDonald´s Besuch!!! Der Kommentar des Langen: "Zu so einem Wald und Wiesen gehe ich nicht nochmal!" Mit dem Rezept in der Hand statteten wir der Apotheke in dem kleinen Örtchen auch noch einen Besuch ab. Da musste ich relativ lange auf die Tabletten warten. Der Grund war keine lange Schlange. In Neuseeland scheint es üblich zu sein, den Arzt zu kontaktieren, der das Rezept ausgestellt hat, um sicher zu gehen, dass alles auch seine Richtigkeit hat. Nachdem ich endlich die Tabletten hatte, konnte die Fahrt Richtung Napier auch endlich losgehen. Wir machten reichlich Pausen, damit der Lange sich auch mal bewegen konnte. Bewegung sollte ja auch ganz gut tun. Bei einer längen Pause aßen wir auch eine Kleinigkeit. Es war eine kleine Parkbucht mit zwei Picknick-Tischen und Bänken. Dieses Päuschen wurde auch für eine Massage genutzt. In unserer Nähe war ein Campervan mit einem älteren Pärchen. Ich wette, dass der Mann seiner Dame tief in die Augen guckte, in der Hoffnung, von seiner Herzensdame auch eine Rückenmassage zu bekommen. Aber auch jede noch so schöne Massage hat ein Ende.
Am späten Nachmittag kamen wir dann schließlich in Napier an, einer kleinen Stadt im Osten der Nordinsel in einer der sonnigsten Gegenden Neuseelands. So zum Ende unserer Nordinseltour gönnten wir uns ein Bed & Breakfast. Zunächst mussten aber auch hier Taschen geschleppt werden. Da der Lange zu diesem Zeitpunkt zu wirklich nichts zu gebrauchen war, musste ich den Part des Packesels übernehmen. War wahrscheinlich ein Bild für die Götter: der Lange hatte als Alibi eine kleine Tüte, und ich war kam mir vor, wie ein vollbehangener Weihnachtsbaum. Ein Bild von uns beiden in diesem Moment wäre echt lustig gewesen.

Sonntag, 8. Juni 2008

1.1.08 Whitianga

Prosit Neujahr!!! Wir haben es ins Jahr 2008 geschafft.
Und wieder ein wunderschöner sonniger Tag. Heute war es etwas erträglicher dank des aufgefrischten Windes. Da wir noch nicht am Strand in Richtung Norden gegangen waren, packten wir dieses heute auf die Tagesordnung. Barfuß am Strand, durchs Wasser watend, ließen wir uns von der Sonne anscheinen.
Es war auch Mülltag, zumindest machte es so den Anschein. Die Straßenränder waren gesäumt von den grünen Recyclingtonnen gefüllt mit leeren Bierflaschen, Weinflaschen und sonstigen vormals alkoholisch gefüllten Flaschen. Und je jünger die Partygemeinschaft am Vortag, umso größer der Müllberg.

Die sommerliche Kleidung war vielleicht für den Wind am Strand doch etwas zu luftig. Der Lange verspührte, wie sich so langsam sein Rücken verkühlte und dann verkrampfte. Leider nahm dieser Zustand immer weiter zu und wir machten uns doch lieber auf den Heimweg. Es half etwas, dass sich der Lange auf dem Bett ausstreckte und den Rücken ruhen ließ. Nebenbei genoss er auch noch die Rückenmassage von der Kurzen. A propo kurz: Hatte ich schon erwähnt, dass die Bettlänge für den Langen nicht ganz gereicht hatte? Der Arme musste immer die Beine leicht anwinkeln. Ich glaube, jeder weiß das Gefühl am nächsten Morgen, wenn man so halb in der Fötushaltung geschlafen hat. Nicht gerade angenehm. Wir hatten aber keine Zeit zum Heulen und Jammern, denn zum Abend wurden wir ja im Eggsentric erwartet, wo der exzentrische Koch auf uns wartete. Also wieder los, am Strand zur Fähre, einmal rübersetzen, dann noch ein Kilometer gegangen, und schon kann das Abendessen beginnen. Das war übrigens mal wieder richtig lecker. Der Lange konnte leider nicht richtig dasitzen. Viele werden wahrscheinlich gedacht haben, dass der Lange extrem gute Sitzmanieren hat. Er saß nämlich stocksteif da. Der Arme tat mir richtig leid. Auf meinen Schultern sich abstützend ging es dann auch wieder zurück zur Jugendherberge in kurze Betten.

Mittwoch, 28. Mai 2008

31.12.07 Whitianga

Whitianga ist eine kleine Stadt, oder ich sollte besser sagen ein großes Dorf mit ca. 4000 Einwohnern. Hier gibt es aber wahrscheinlich mehr Boote als Menschen. Der Hafen war vollgestopft mit Booten in allen erdenklichen Größen und Preiskategorien. Man kam sich hier vor wie am Mittelmeer. Strand soweit das Auge reicht. Auch heute war das Wetter fantastisch. Anstatt diesen tollen Tag nur am Strand zu verbringen, entschieden wir uns zu einer Wanderung. Wir wollten ja schließlich etwas sehen. Gesagt, getan. Vollbepackt mit Sonnencreme, Wasser Äpfeln, und Müsliriegeln machten wir uns auf den Weg zur Fähre. Die Überfahrt zur anderen Seite war zwar sehr kurz, aber schön. Wenn man bedenkt, dass man für dasselbe Ziel mit dem Auto fast 46 km (ca. 41 Minuten) fahren müsste, weil man ganz herumfahren muss, lohnt sich dann schon die Fährfahrt für nur einen Dollar, und man ist in wenigen Minuten drüben. Unser erster Aussichtspunkt war der Whitianga Rock mit einem herrlichen Blick über die Back Bay und den Hafenbereich. Der Weg zu dieser Erhöhung lag zum Gück unter schattenspendenden Bäumen. Der Weg war nicht lang, aber doch relativ steil. Auch hatten wir den Anfand dieses Wanderweges zunächst verpaßt und mußten nochmal etwas zurückgehen. Aber oben angekommen wurden wir mal wieder mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. Und da ging es dann auch schon dem ersten Apfel an den Kragen. Danach schlugen wir uns dann weiter durch den Busch ohne genau zu wissen, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg waren. Dieser Wanderweg war nicht wirklich gut besucht und dadurch auch nicht sonderlich gut ausgetreten. Interessant war auch noch die Stelle, an der wir ein Stück an einem alten Maori Verteidigungswall vorbeigingen. Der Regen hatte zwar mittlerweile den größten Teil erodiert, aber die Maori hier am Wasser haben sich vorwiegend von Muscheln ernährt, und die Schalen dann alle über den Wall geworfen. Und der Boden war immer noch überseht mit Muschelresten.
Immer an der Küste entlanggehend sind wir auch über den "Shakespeare Kliff" gekommen. Wieder ein Platz mit wunderschöner Aussicht auf blaues Wasser, grüne Hügel und imposante Kliffs. Und das Wasser voll mit Segel- und Motorbooten. Auch an dem Restaurant Eggsentric kamen wir vorbei. Es wird von eimen (wohl exzentrischen) Künstler betrieben, der das Restaurant auch als Austellungsbereich für seine Skulpturen benutzt. Da dieses Restaurant in unserem Reiseführer als besonders empfehlenswert beschrieben wurde, wollten wir uns dort doch ein kleines Mittagessen gönnen. Leider bekamen wir nichts mehr zu Beißen, da die Küche für das abendliche Sylvester Dinner schließen mußte um mit den Vorbereitungen dafür zu beginnen. Da wir schon einmal vor Ort waren, haben wir dann gleich einen Tisch für ein Abendessen am nächsten Tag bestellt.


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Von der Wärme und stetigen Sonneneinstrahlung ermüdet, machten wir uns wieder auf den Rückweg, mit der Fähre zurück nach Whitianga, und dann zur Unterkunft. Und wenn man mit offenen Augen so durch die Straßen zieht, dann sieht man sehr häufig, dass die Häuser 2 Garagen haben. Das sind keine Doppelgaragen, sondern eine normal große Garage und eine supergroße Garage. Man muß es mit eigenen Augen gesehen haben, wie sich so eine Garage öffnet und dann ein kleiner Traktor dadrin parkt mit einem riesigen Boot dahinter. Ja wirklich, eine Garage für das eigene Boot. Und nicht nur eine kleine Jolle, nein ein großes, mit 2 Mitsubishi Motoren ausgestattetes vollwertiges Boot. Und dann zieht dieser kleine, eigens nur dafür vorhandene, Trekker das Boot aus der Garage zum Hafen. Unglaublich, aber wahr.
Eine andere unglaubliche Eigenart der Kiwis ist ihr Wunsch nach Komfort am Strand. Anders kann man es sich nicht erklären, dass wir so viele Sofas am Strand gesehen haben. Mit einem kleinen Transporter oder einem größeren SUV wird das Sofa bis fast auf den Strand gefahren, dann etwa 1.5 Meter vom Auto entfernt aufgestellt und sich draufgesetzt und auf das Meer geschaut. Keine Ahnung, ob das ein extra Strandsofa ist, oder das Sofa aus dem Wohnzimmer dafür verwendet wird. Es sieht auf jedenfall sehr, sehr ungewöhnlich aus.

Auf der Suche nach einem besonderen Sylvesteressen hat es uns dann nach einer kleinen Erhohlungspause in der Unterkunft wieder in das Dorfzentrum von Whitianga getrieben. Etliche Szenebars und -restaurants waren voll ausgebucht, aber ein Thai Restaurant hatte noch auf. Wir haben noch nie beim Thailänder gegessen, zumindest können wir uns nicht daran erinnern. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, dort einzukehren, zumal es auch nicht viele Alternativen gab. Wir waren sehr angenehm überrascht über das leckere Essen, was wir dort bekommen hatten und haben thailändisches Essen seit dem immer mal wieder gerne gewählt. So gegen 22 Uhr verließen wir das Restaurant und schlenderten auf Umwegen zurück zu unserer Unterkunft, wo wir so gegen 23:30 ankamen. Noch ein paar nette Worte mit den anderen Gästen gewechselt, und dann wollten wir den Jahreswechsel bei sommerlichen Temperaturen am Strand verbringen. Wo kann man das sonst schon erleben? Von Feuerwerk kann um Mitternacht nicht großartig die Rede sein, da an den Vortagen keines verkauft wird. Ein paar einzelne Raketen stiegen auf, aber ein Erhellen des Himmels war nicht wirklich erfolgt. Keine 5 Minuten nach Mitternacht fing es so langsam an zu nieseln, was uns dann zurück zur Herberge führte, wo wir gerade mit Beginn des Regens eintrafen. Das war mal ein anderes, aber trotzdem sehr interessantes Sylvester, mit T-Shirt, kurzer Hose, Badelatschen und den Magen voll mit thailändischen Leckereien.

Donnerstag, 15. Mai 2008

Wir leben noch!!!

Hallo liebe Leutchen!
Wir hatten so viel um unsere kalten Lauscherchen, dass ich einfach nicht zum Schreiben gekommen bin. Es tut mir echt Leid. Aber der Entwurf für den nächsten Text existiert schon.

Versprochen: auch blogmäßig schaffen wir es noch in das Jahr 2008!!!

Ich bitte also noch etwas um Geduld. Vielen Dank schon mal.

Die halberfrorene Kurze