Montag, 22. Oktober 2007

Haus, Hühnchen und BBQ

Ich hänge ein wenig hinterher:
Am Samstag waren wir unterwegs und hatten so nebenbei eine Hausbesichtigung gemacht. Nicht, dass wir vorhätten, ein Haus zu kaufen, aber es wurde mit Isolierung (Boden + Dach) beworben. Das wollten wir uns doch angucken.

Hier die Anzeige!


Auf den Bildern sieht man mehr vom Garten als vom Haus. Ist das ein gutes Zeichen? Wohl nicht, aber trotzdem wollten wir uns angucken, was man für fast NZD 300.000 bekäme.
Am liebsten hätte ich gleich kehrtum gemacht, aber der Lange wollte sich das ganze Elend anschauen. Und es war wirklich zum Heulen: Die Isolierung unter dem Haus konnte man sich angucken. Es erinnerte mich eher an Alufolie mit zig Löchern drin, die an Holzlatten getackert wurden. Das ganze Haus sah aus als ob es direkt aus der Urzeit käme. Näher möchte ich auch darauf nicht eingehen. Es war einfach nur erschreckend. Ein Horror von fast NZD 300000. Eigene Bilder konnte ich leider nicht schießen - wäre etwas aufgefallen ;)
Als wir losfuhren, heulte ich erstmal, weil man für viel Geld, viel Mist bekommt. Mal ganz ehrlich gesagt: Neuseeländer finden diesen Mist auch noch toll!!! Der Mann sprach von seinem Haus in so hohen Tönen, dass ich es einfach nicht glauben mochte. Meine Augen weiteten sich immer weiter, was er auch bemerkte. Daraufhin versuchte er noch dicker aufzutragen.

Nach diesem Schrecken hatten wir uns gutes Essen verdient. Bei Nando's verputzten wir ein ganzes Hühnchen. Viel konnte ich nicht essen, da der Schrecken noch zu tief saß! Der Lange versuchte sich an der hauseigenen Sauce zum Hühnchen. Hier der Aufkleber der Flasche:




Die Sauce war für unsere Geschmäcker immer noch zu scharf. Unsere Zungen waren somit nicht mehr jungfräulich. Das Hühnchen war aber auch ohne Sauce lecker.

Nach einem nervenaufreibenden und schockierenden Tag fuhren wir "nach Hause". Der Grill, immer noch in seiner Verpackung in der Garage, schrie förmlich nach Freilassung und Aufbau. Der Lange schmiss eine DVD in den Laptop, damit ich mich nicht langweile, während er den Grill aufbaute. "In 80 Tagen um die Welt" mit David Niven sollte ich mir also angucken. Bevor der Spaß beginnen durfte, holten wir das schwere Baby gemeinsam aus der Verpackung heraus. Man, war das eine schwierige Geburt!!! So, bevor ich erzähle, was alles passiert ist, hier ein Bild vom Grill:


Man beachte: Der Grill hat 4 Beine, 2 Abstellflächen und ein Gitter unten. So, der Bau konnte also beginnen. Es sollte ca. 30 Minuten dauern. Man merke sich diese Zeitangabe. Der Lange sollte auf seine Weise den Spaß haben und ich auf meine. Man fängt mit den Beinen an - klar! Hat er auch gemacht. Drei Beine waren dran (pro Bein jeweils zwei Schrauben) als ihm auffiel, dass die Beine nicht einfach so rankamen. Man beachte die unterschiedliche Bereifung. Es gab schon ein System ;)
Ok, zwei Beine wieder abschrauben und wieder richtig ranschrauben. Bei dem ganzen Geklappere konnte ich meinen Film sowieso nicht ganz verstehen. Also schaute ich mal nach, was der Lange so produzierte. Als ich fragte, wohin die Unterlegscheiben kämen, sah ich nur, wie der Kopf des Langen nach vorne wegsackte. Die gehörten zwischen Bein und Grill. Also, alles wieder abschrauben, um die Unterlegscheiben zu verbraten. Gesagt, getan. So, nächster Schritt: die Ablageflächen anbringen. Ja, wie macht man das denn??? Die gehören zwischen Bein und Grill. Na, was sagt uns das? Ja, wieder abschrauben und ranschrauben, und zwar gleich mit Unterlegscheiben! Der Arme!!!! Ich versuchte weiterhin den Film akustisch zu verstehen. Bei dem ganzen Geschraube und Gefluche kann man ja gar nichts verstehen ;)
Als dieses endlich vollbracht war, wurde ich gerufen. Wie macht man jetzt das Gitter ran? Tja, einfach durchschieben und festschrauben. Dachten wir. Als wir dieses mit mehr Kraft als Verstand versuchten, brachen wir unser Vorhaben ab. Das Gitter schien für diesen Grill zu groß zu sein. Wir waren ja nicht auf den Kopf gefallen. Die Lösung: Man löse die Schrauben etwas, um das Gitter anzubringen. Nachdem das erledigt war, sah der Grill eher aus, als ob er X-Beine hätte. Uns beiden war das Ganze ziemlich suspekt. Ein Blick von mir in die Verpackung des Grills und der Nachfrage, was man mit diesen schwarzen Dingern machte, verursachte wieder dieses Wegsacken des Kopfes vom Langen nach vorne. Es waren die Abstandshalter, die zwischen Grill, Ablagefläche und Bein kamen. Zur Freude des Langen hieß es wieder alles ab- und anmontieren - aber nicht die Unterlegscheiben vergessen!
Wenn ich mich nicht irre, wurde insgesamt 4 Mal alles ab- und angeschraubt. Die erste DVD des Filmes war inzwischen auch durch, und ich wollte die zweite reinlegen, als ich ein tiefes Durchatmen vernahm. Der Grill war fertigaufgebaut.
Der Aufbau sollte 30 Minuten dauern, aber am Ende brauchte der Lange Sage und schreibe fast zwei Stunden. Der Arme.

Beim Schreiben dieses Berichtes musste ich mich immer wieder vor Lachen kugeln. Sorry, Langer.

Zur Freude durfte er dann noch seinen Styropormüll wegsaugen. Nein, er bestand darauf. Schließlich rundete dies seine Arbeit ab.



Aber bitte immer in die Knie gehen.

Der Grill war endlich fertig. Man könnte jetzt sagen, dass der Lange seinen Grill in- und auswendig kennt.

3 Kommentare:

MissGyver hat gesagt…

Der Grill ist ja ein Riesenteil. Der Lange hat sich das erste Stueck Fleisch redlich verdient.

RZ hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
RZ hat gesagt…

Das erinnert einen sofort an
http://www.myvideo.de/watch/2329200.