Montag, 26. November 2007

Sonniger als gedacht.

Für letztes Wochenende sagte die Wettervorhersage Schauer voraus. Davon war aber das ganze Wochenende nichts zu sehen. Zwar war es bewölkt am Samstag morgen, aber Regen war keiner gefallen. Wer macht hier eigentlich die Vorhersage? Es scheint, es gibt für mich hier viel zu tun :)
Wie auch immer, wir hatten uns für Samstag mit einer englischer Freundin verabredet, die über eine sehr umfangreiche Filmsammlung verfügt und wohl fast alles schon gesehen hat, was jemals auf der Leinwand einschien. Während ihrer Zeit in London hatte sie eine Kinojahreskarate. Das sagt ja eigentlich alles. Nebenbei, sie komponiert, am liebsten Filmmusik.
Den Samstag haben wir also fast nur drinnen verbracht. Zunächst lecker Pasta gegessen, danach eine kurze MythTV Einführung gegeben und dann 5 Filme geschaut: The Princess Bride, Music and Lyrics, Donnie Darko, Idiocracy und A Series Of Unfortunate Events. Wir hatten viel Spaß, viel gelacht und geklönt.
Auch der Sonntag war wieder ein wunderschöner Tag. Kurzentschlossen fuhren wir zum Mt. Victoria, der Berg in Wellington. Wir sind mit dem Auto zur Aussichtsplatform hochgefahren, Rucksack gepackt und dann in den grünen Busch. Warum nach Mt. Victoria? Hier die Antwort:

Dort wurde die Szene gedreht, in der Frodo und seine Freunde auf dem Weg gehen von den Nazguls eingeholt werden. Dann verstecken sie sich unter den Baumwurzeln. Und wirklich, der Weg sieht fast aus wie im Film. Auch die Szene, in der die Gefährten zu den Booten rennen und von den Orks gejagt werden, wurde hier gefilmt.
Nach dieser besonderen Begegnung ging es weiter bergab in die Stadt. Natürlich nicht, ohne an schönen Plätzen mal halt zu machen.

wen es interessiert: das ist ein HDRI Bild
Unten angekommen, sind wir an der Oriental Bay entlanggegangen. Das sieht dort aus wie eine Strandpromenade in Spanien. Und mit dem sonnigen, warmen Wetter fühlten wir uns auch wie im Urlaub. Die Mittagspause am Wasser war sehr entspannend. Der Aufstieg zu unserem Auto umso sportlicher. Das war es dann auch schon vom Sonntag. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass das Auto mal wieder gewaschen werden mußte. Gesagt, getan. Und alles direkt vor der Haustür.

Samstag, 17. November 2007

Und schon wieder grillen!

Noch nicht mal eine Woche rum, die Sonne brennt, und es ist wirklich so warm, dass man sich auch im Schatten bequem aufhalten kann. Also was kann man da besseres machen, als schon wieder zu grillen. Und wieder stehen wir vor dem gleichen Problem: Wer soll das alles essen. Wird Zeit, dass mal jemand vorbeikomt, und uns hilft :)

Geburtstagsgrillen !!!

Es ist fast Mitte November, der Frühling kommt so langsam in Gange, und da hat doch jemand Geburtstag. Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Und natürlich zum Grillen. Es ist zwar etwas windig und nicht super warm, aber was sein muß, muß sein. Also ein paar Lämmer geschlachtet, lecker ingelegt, und nichts wie auf den Grill. Nicht vergessen die Beilagen. Der Grill ist gefüllt, und wir wundern uns, wer denn noch alles kommen soll, um das zu essen.


Macht nichts, dann müssen wir eben selber ran. Und am nächsten Tag kann man ja auch noch etwas zur Firma mitnehmen.
Wie wir danach aussahen, kann man sich bei Flickr anschauen.

Freitag, 16. November 2007

Otari Wilton's Bush

Letztes Wochenende haben wir unsere Leichenbeschau der Möbel abgeschlossen, und zwar am Sonntag Mittag. Den Nachmittag sind wir dann zu Wilton's Bush in Otario gefahren, ein Ort in Wellington. Der gute Herr Wilton hat damals so gegen 1830 dieses Gebiet besessen und im Gegensatz zu allen anderen nicht alles abgeholzt und für Landwirtschaft genutzt, sonders das Land so gelassen. Somit ist dieser Teil noch im ursprünglichem Zustand und hat ein bischen was von Urwald. Wieder ein sehr schönes Fleckchen Erde. Und endlich konnte ich mal meine Kamera benuten, umd etwas schönes aufzunehmen. Und nicht nur Schäden. Unsere Bilder gehen wie immer nach Flickr. Hier nur ein kurzer HDRI Vorgeschmack.

Sonntag, 11. November 2007

Ein Gruß an die ehemaligen Kollegen

Die ehemaligen Kollegen des Langen werden das gute Stück auf dem Foto sofort wiedererkennen. Jetzt aber ausgestattet mit einem hiesigen Stecker wie angedacht. Die Leiste tut jetzt ihre Dienste und versorgt Fernseher, MythTV Computer und die Musikanlage mit Strom. Vielen Dank nochmal.

Freitag, 9. November 2007

Die Ausländerschwemme beginnt

Überall Deutsche. Die sind wirklich überall. Ein deutsches Pärchen stand in der Nähe des botanischen Gartens und er wollte sie fotografieren. Ich kam auf die beiden zu und hörte nur:"Mach schnell, da kommen Leute." Er hat es dann doch nicht mehr geschafft, ein Foto zu knipsen, und als ich fast an ihnen vorbei war, blieb ich stehen, und fragte: "Soll ich ein Foto von Euch beiden machen?" Nach dem ersten verdutzten Staunen kam dann ein "Ja", und so wurde ein weiteres Touristenfoto in den Kasten gepackt. Wie soll das erst im Sommer werden :)

Dienstag, 6. November 2007

Der Schrecken geht weiter

Könnt Ihr Euch noch daran erinnern, dass wir am Vortag den Wagen nicht starten konnten? Heute sollte dieses Problem in Angriff genommen werden. Das erste, was ich an diesem Morgen tat, war den neuseeländischen ADAC, hier AA, anzurufen. Innerhalb von 40 Minuten wollte die Hilfe angerollt kommen. Ich bat schon im Vornherein nach einem größerem Starterpack. Das Problem hatten wir ja schon mal!
Kaum wollte ich frühstücken, klingelte das Telefon. Der AA Mann war auf der Zufahrt und konnte das Haus nicht finden und bat mich, doch vor die Tür zu treten, so dass er sehen konnte, wo er hin muss. Gesagt - getan. Nach kurzem bla bla, stöpselte er die beiden Wagen zusammen.
Erste Lebenszeichen waren vom Wagen zu erkennen - die Konsole leuchtete wie ein Weihnachtsbaum. Ich sollte das Auto starten, was ich auch tat. Da es ein Hybridauto ist, startet der lautlose Elektromotor. Man hört also absolut nichts. Der AA Mann bat mich nochmals, den Wagen zu starten, weil er den Motor nicht vernahm. Nur weil ich verheult aussehe, bin ich doch nicht blöd!!! Nachdem dieses "Missverständnis" gelöst war, machte ich mich gleich auf den Weg zur Toyota Werkstatt. Die erwarteten mich bereits. Das Auto musste ich allerdings da lassen.
So, mit knurrendem Magen machte ich mich auf den Rückweg nach Hause. Zuvor wollte ich aber noch bei der Bibliothek vorbei - Bücher mussten zurückgegeben werden. Ich stieg also in den Bus ein. Ein Ticket kostete NZD 3,50 von der Innenstadt nach Johnsonville, wo ich die Bücher abgeben musste. Bei der Gelegenheit kaufte ich auch gleich Toastbrot und Äpfel (2,5 kg) ein. Es nieselte, und ich entschied mich, den Bus nach Hause zu nehmen. Ich musste nochmals NZD 1,50 zahlen. Vom Bus ausgestiegen, warf ich einen Blick in die graue Wolkenmasse über mir. Erinnerte mich sehr stark an meine Stimmung. Auf dem kurzen Fußweg zum Haus, traf es mich wie einen Blitzschlag - ich hatte die Haustürschlüssel vergessen!!! Muss immer alles aufeinmal einem passieren? Ich hatte die Nase gestrichen voll. Wie konnte ich den Schlüssel vergessen?
Die Erklärung ist ganz einfach. Vergessen hatte ich ihn eigentlich nicht. Ich hatte bisher fast nie den Schlüssel bei mir gehabt. War ja auch nicht nötig: seitdem wir eine Garage mir automatischem Tor und einem internen Zugang zum Haus haben, brauche ich doch keinen Schlüssel. Den Garagentoröffner hätte ich allerdings aus dem Wagen mitnehmen sollen, bevor ich ihn bei der Werkstatt ließ. Wat nu? Es war gerade mal 12:30 Uhr. Der Lange würde vor 18:00 Uhr nicht auftauchen. Die Nachbarn kannte ich auch nicht, um mich bei ihnen einzunisten, und die Einkaufstüte wurde bei dem leichten Nieselregen auch nicht leichter. Ich entschied mich, wieder in die Innenstadt zu fahren. Zuvor stopfte ich die Äpfel bei uns in den Briefkasten. Die Brote nahm ich als Verpflegung für unterwegs mit. Mann, hatte ich einen Hunger. Und wieder wurde ich 3,50 los.
Als Zufluchtsort diente die große Zentralbibliothek, in der es deutlich mehr zu schmöckern gab als in dieser kleinen Vorortsbiblio in Johnsonville.
So gegen 15:00 Uhr wollte sich Toyota bei mir melden, ob und wann ich den Wagen abholen konnte. Sie notierten Festnetz- und Handynummer. Naja, auf dem Festnetz würden sie mich nicht erreichen können, aber auf dem Handy. Handy? Wo war das eigentlich? Oh nein, zu Hause im Schrank. So, jetzt war der Moment gekommen, an dem ich noch geknickter durch die Gegend lief. Jeder Mathematiker hätte sich über so einen 90° Winkel gefreut ;)
Was mache ich nu? Auf gut Glück tanzte ich bei Toyota vor. Es war inzwischen 15:30 Uhr oder so. Der Wagen war abholbereit. Wow, wenigstens eine gute Nachricht an diesem Tag. Sie hatten die Batterie, die irgendwo unter den Sitzen eingebaut ist, ausgebaut und aufgeladen. Hoffentlich bringt es etwas.
Ich dachte mir, wenn ich schon in der Innenstadt bin, könnte ich den Langen von der Arbeit abholen. Würde er aber so früh Schluss machen?
Es war inzwischen 16:20 Uhr. Der Lange war überrascht mich zu sehen. Auch ihm konnte man die Enttäuschung über den gestrigen Tag ansehen. Er wollte aber erst gegen 17:00 Uhr Feierabend machen. Also saß ich da und sah "Tom und Jerry" auf unserem Iriver an. Als es dann endlich soweit war, sprach uns die deutsche Arbeitskollegin an, der wir dann auch unser Horror-Erlebnis mitteilten. Nach reichlich "Ausheulerei" fuhren wir dann endlich los, um richtiges Abendbrot mit Tellern und Stahlbesteck zu uns zu nehmen.

Halloween - Tag des Schreckens

Insgeheim freuen sich Klein und Groß auf diesen Tag. Die Kleinen, weil sie von Fremden Süßkram annehmen dürfen und davon soviel essen dürfen bis ihnen schlecht ist. Bei den Erwachsenen muss man unterscheiden: Den Männchen graust es eher vor diesem Tag, wenn sie sehen, mit welch einer Freude und Eifer ihr Weibchen das ganze Haus umdekoriert und sich die Welt auf einmal um Kürbisse und Skelette dreht und nicht um sie selbst.
Ich muss zugeben, dass ich mich auch auf diesen Tag gefreut habe - der Lange übrigens auch. Endlich konnte ich auch unsere vier Wände dekorieren, aber nicht mit Kürbissen und Co., sondern mit unseren Möbeln! Heute war der langersehnte Tag der Möbellieferung.
An diesem Tag nahm sich der Lange frei. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit Plastikbesteck und -tellern warteten wir mit großer Nervosität und schauten ständig aus dem Küchenfenster, ob man denn einen Container auf einem Laster sieht. Der Lange hatte noch die Idee gehabt, den Wagen in der Garage umzuparken, damit man mehr Stellfläche zur Verfügung hatte. Aber irgendwie streikte der Wagen - er ließ sich mal wieder nicht starten. Hatten wir schon wieder vergessen Türen zuzumachen? Hmm. Naja, egal. Um das Problem würden wir uns zu anderer Zeit Gedanken machen. Jetzt war es erstmal wichtiger, Ausschau nach unseren Möbel zu halten. Bisher hatten wir in der Küche nicht so viel Zeit verbracht wie an diesem Morgen.
Und tatsächlich - da juckelte der Laster samt Gepäck den Berg hoch. Ich öffnete gleich die Haustür und wartete auf unsere Möbel. Es kam mir noch wie eine Ewigkeit vor, bis ich den Laster auf der Zufahrt sah. Und es sollte noch einige Zeit vergehen, bis der Container tatsächlich vor der Türe stand. Unsere Zufahrt zum Haus ist sehr knapp bemessen. Nach endlos erscheinenden Hin- und Hergefahre rollte der Laster langsam die Zufahrt hinunter. Zuvor wurden von den Packern Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Sollte das nur als Scherz gemeint sein???



Da stand er also. Aufeinmal wirkte dieser 20 Fuß Container winziger als gedacht. Die Plombe am Container wurde mit einer ziemlich großen Zange entfernt. Als sich die Türen öffneten, sahen wir Vertrautes, wie z.B. unsere Kellerregale. Wer hätte gedacht, dass man sich über den Anblick billiger Metallregale so freuen kann. Ich bekam eine Liste in die Hand gedrückt und sollte die Gegenstandsnummern abhaken, die hineingetragen wurden. Der Lange half den drei Packern beim Tragen. Über die leichte Brise freuten sich die Jungs, denn einige Kisten hatten es in sich gehabt. Mir half sie allerdings wenig, da sie mir die Arbeit beim Umblättern der zig Seiten der Packliste nicht gerade erleichterte. So, ein bisschen Mitleid bitte!!!!
Das Haus füllte sich so langsam mit Kisten. Als der Container entleert wurde, ging es auch gleich ans Auspacken. Man mag gar nicht glauben, wieviel Platz Verpackungsmaterial einnimmt. Es wurden erstmal sperrige Dinge, wie Couch, Bett, Regale usw. ausgepackt. Die Kartons wurden zunächst beiseite gestapelt. Beim Auspacken der Möbel folgte eine Heulattacke nach der nächsten. Meine schlimmsten Befürchtungen wurden wahr. Unsere fast neuen Möbel sind alle beschädigt - einige Kratzer hier, einige Dellen da und sogar kaputte Ecken an vielen Teilen der Bibliothek und des Sideboards. Unsere schöne Ledercouch wurde natürlich nicht verschont. Wenigstens das Geschirr hat diesen Umzug gut überstanden.
Man sollte sich die Umzugsfirma wirklich gut aussuchen. Eigentlich dachte ich, dass ich das getan hätte. Nur leider stimmt nicht alles, was einem erzählt wird. Schon beim Einpacken fragte ich immer wieder nach, ob das Klebeband, mit dem sie nicht gerade sparsam umgegangen waren, irgendwelche Rückstände hinterlässt. "Nein, das löst sich ganz leicht und hinterlässt keine Spuren". Das hatte ich mir an dem Tag immer wieder anhören müssen. Sie wussten auch ganz genau, wie sehr ich an den neuen Möbeln hänge, und erzählten mir sogar, dass sie vom Chef die ausdrückliche Order bekommen hätten, diese Möbel mit Samthandschuhen anzufassen. Um ehrlich zu sein: auf solche Samthandschuhe mit Schmirgelpapier hätten wir wirklich verzichten können. Wir vertrauten diesen Leuten und hatten auf ihre Erfahrung gesetzt. Und nun diese Enttäuschung. Hätten wir das nur vorher geahnt. Ich hätte alles selber eingepackt. Ihr wisst, wie penibel ich sein kann ;)
Tja, am Ende des Tages saßen wir gemeinsam ohne die (Aus-)Packer auf unserer Couch - der Lange mit dem Laptop auf dem Schoß, um der Umzugsfirma eine sachliche Beschwerde-Email zu schreiben, und ich neben ihm mit verheulten Augen in die Glotze starrend. An diesem Abend lief die Vorschau auf eine neue Serie im neuseeländischen Fernsehen mit dem Namen "Damages". Welch Ironie!!!
Oh Mann, was für ein Tag...........