Dienstag, 6. November 2007

Halloween - Tag des Schreckens

Insgeheim freuen sich Klein und Groß auf diesen Tag. Die Kleinen, weil sie von Fremden Süßkram annehmen dürfen und davon soviel essen dürfen bis ihnen schlecht ist. Bei den Erwachsenen muss man unterscheiden: Den Männchen graust es eher vor diesem Tag, wenn sie sehen, mit welch einer Freude und Eifer ihr Weibchen das ganze Haus umdekoriert und sich die Welt auf einmal um Kürbisse und Skelette dreht und nicht um sie selbst.
Ich muss zugeben, dass ich mich auch auf diesen Tag gefreut habe - der Lange übrigens auch. Endlich konnte ich auch unsere vier Wände dekorieren, aber nicht mit Kürbissen und Co., sondern mit unseren Möbeln! Heute war der langersehnte Tag der Möbellieferung.
An diesem Tag nahm sich der Lange frei. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit Plastikbesteck und -tellern warteten wir mit großer Nervosität und schauten ständig aus dem Küchenfenster, ob man denn einen Container auf einem Laster sieht. Der Lange hatte noch die Idee gehabt, den Wagen in der Garage umzuparken, damit man mehr Stellfläche zur Verfügung hatte. Aber irgendwie streikte der Wagen - er ließ sich mal wieder nicht starten. Hatten wir schon wieder vergessen Türen zuzumachen? Hmm. Naja, egal. Um das Problem würden wir uns zu anderer Zeit Gedanken machen. Jetzt war es erstmal wichtiger, Ausschau nach unseren Möbel zu halten. Bisher hatten wir in der Küche nicht so viel Zeit verbracht wie an diesem Morgen.
Und tatsächlich - da juckelte der Laster samt Gepäck den Berg hoch. Ich öffnete gleich die Haustür und wartete auf unsere Möbel. Es kam mir noch wie eine Ewigkeit vor, bis ich den Laster auf der Zufahrt sah. Und es sollte noch einige Zeit vergehen, bis der Container tatsächlich vor der Türe stand. Unsere Zufahrt zum Haus ist sehr knapp bemessen. Nach endlos erscheinenden Hin- und Hergefahre rollte der Laster langsam die Zufahrt hinunter. Zuvor wurden von den Packern Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Sollte das nur als Scherz gemeint sein???



Da stand er also. Aufeinmal wirkte dieser 20 Fuß Container winziger als gedacht. Die Plombe am Container wurde mit einer ziemlich großen Zange entfernt. Als sich die Türen öffneten, sahen wir Vertrautes, wie z.B. unsere Kellerregale. Wer hätte gedacht, dass man sich über den Anblick billiger Metallregale so freuen kann. Ich bekam eine Liste in die Hand gedrückt und sollte die Gegenstandsnummern abhaken, die hineingetragen wurden. Der Lange half den drei Packern beim Tragen. Über die leichte Brise freuten sich die Jungs, denn einige Kisten hatten es in sich gehabt. Mir half sie allerdings wenig, da sie mir die Arbeit beim Umblättern der zig Seiten der Packliste nicht gerade erleichterte. So, ein bisschen Mitleid bitte!!!!
Das Haus füllte sich so langsam mit Kisten. Als der Container entleert wurde, ging es auch gleich ans Auspacken. Man mag gar nicht glauben, wieviel Platz Verpackungsmaterial einnimmt. Es wurden erstmal sperrige Dinge, wie Couch, Bett, Regale usw. ausgepackt. Die Kartons wurden zunächst beiseite gestapelt. Beim Auspacken der Möbel folgte eine Heulattacke nach der nächsten. Meine schlimmsten Befürchtungen wurden wahr. Unsere fast neuen Möbel sind alle beschädigt - einige Kratzer hier, einige Dellen da und sogar kaputte Ecken an vielen Teilen der Bibliothek und des Sideboards. Unsere schöne Ledercouch wurde natürlich nicht verschont. Wenigstens das Geschirr hat diesen Umzug gut überstanden.
Man sollte sich die Umzugsfirma wirklich gut aussuchen. Eigentlich dachte ich, dass ich das getan hätte. Nur leider stimmt nicht alles, was einem erzählt wird. Schon beim Einpacken fragte ich immer wieder nach, ob das Klebeband, mit dem sie nicht gerade sparsam umgegangen waren, irgendwelche Rückstände hinterlässt. "Nein, das löst sich ganz leicht und hinterlässt keine Spuren". Das hatte ich mir an dem Tag immer wieder anhören müssen. Sie wussten auch ganz genau, wie sehr ich an den neuen Möbeln hänge, und erzählten mir sogar, dass sie vom Chef die ausdrückliche Order bekommen hätten, diese Möbel mit Samthandschuhen anzufassen. Um ehrlich zu sein: auf solche Samthandschuhe mit Schmirgelpapier hätten wir wirklich verzichten können. Wir vertrauten diesen Leuten und hatten auf ihre Erfahrung gesetzt. Und nun diese Enttäuschung. Hätten wir das nur vorher geahnt. Ich hätte alles selber eingepackt. Ihr wisst, wie penibel ich sein kann ;)
Tja, am Ende des Tages saßen wir gemeinsam ohne die (Aus-)Packer auf unserer Couch - der Lange mit dem Laptop auf dem Schoß, um der Umzugsfirma eine sachliche Beschwerde-Email zu schreiben, und ich neben ihm mit verheulten Augen in die Glotze starrend. An diesem Abend lief die Vorschau auf eine neue Serie im neuseeländischen Fernsehen mit dem Namen "Damages". Welch Ironie!!!
Oh Mann, was für ein Tag...........

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