Am nächsten Tag (22.12.) gab es zum Frühstück kräftigendes Müsli. Unsere Taschen und Koffer, die wir während der Wanderung natürlich nicht mitschleppen wollten, konnten wir ohne zusätzliche Gebühren in der Jugenherberge lassen. Mit dem Nötigsten fuhren wir zum Startpunkt unserer Wanderung: Whakapapa Village - das Lesen ist genauso schwierig wie das Schreiben :) Hier befindet sich das Information Centre, wo man die Tickets für die Hütten auf der Wanderroute käuflich erwerben konnte. Mit Hüttentickets und Karte bewaffnet ging das Abenteuer dann endlich los. Das Ziel war klar: die Mangatepopo Hütte, die ca. 8,5 km entfernt ist. Laut Karte soll man für diese Strecke drei Stunden benötigen, bei schlechtem Wetter sogar fünf Stunden. Warum gleich zwei Stunden mehr? Die Antwort darauf sollte noch kommen. Zunächst ging es durch einiger Maßen dichtes Gestrüpp und gut begehbare Wege. "Mt. Doom" war immer in Sichtweite. Es war bewölkt, aber trocken mit angenehmer Temperatur. So latschten wir also meist hintereinander mit all unserem Hab und Gut am Körper - der Lange mit seinem Tagesrucksack mit unseren Lebensmitteln für fünf Tage und seiner Kamera und ich mit dem großen Wanderrucksack mit den restlichen Dingen und der großen Kamerabauchtasche. Zum Glück hatten wir unsere Wanderstöcke dabei, die das Gehen mit schwerem Gepäck erträglicher machten. Am Anfang ging auch noch alles gut bis immer häufiger Bereiche mit relativ starken Höhen und Tiefen mit ziemlich großen Stufen kamen. Für den Langen waren das wohl lächerliche Stellen. Für mich mit den kurzen Beinen waren es manchmal unüberwindbare Hindernisse. Mit der großen Kamerabauchtasche und dem unausgewogenen Rucksack wurde das Bergaufgehen für mich nicht gerade zum Zuckerschlecken. Ab und zu bedurfte es einiger "Anschiebehilfe" von hinten. Wie peinlich!!! Hoffentlich hat das keiner gesehen. Erster Frust machte sich breit. Viele Stopps wurden auch nicht gemacht, da die Landschaft relativ langweilig aussah und Fotos sich nicht wirklich lohnten. Auch in der Broschüre, in der ich immer wieder wild herumblätterte, gab es nichts erwähnenswertes zu diesem Streckenabschnitt. Auf so etwas hätte ich echt verzichten können - nichts "Richtiges" zu sehen und nur schwieriges Vorwärtskommen. Toll! Immer wieder schaute ich auf meine Uhr, wann denn die drei Stunden, die man für diese Strecke brauchte, vorbei wären. Aber weder nach drei noch nach vier Stunden waren wir bei der Hütte angekommen. Laut Broschüre sollte die Hütte im Mangatepopo Tal liegen. Tat sie auch, nur hatte ich dieses Tal vor jeder Hügelbesteigung vermutet, die wir machten. Aber nach ca. 30 Minuten sahen wir tatsächlich ein Schild, das zur Hütte zeigte. Ihr könnt ja gar nicht glauben, was für ein schönes Gefühl das ist, bald die Füße ausqualmen zu lassen. Kaum an der Hütte angekommen, wurde der immer schwerer werdende Ballast abgeworfen und die Stiefel ausgezogen.
Die Hütten sind ganz spartanisch eingerichtet: Etagenbetten mit dünnen aber harten Matratzen, Gasherde und ein bis zwei Tischen mit Bänken. Fürs Zähneputzen und die morgentliche Katzenwäsche gab es draußen vor der Hütte große Wassertanks, und moderne Donnerbalken waren ca. 50 m von der Hütte entfernt.
Nachdem unsere Füße an der frischen Luft abgekühlt und wiederbelebt wurden, galt es nochmal die Rucksäcke zu tragen, und zwar hinein. Die Schlafsäcke wurden rechtzeitig ausgepackt, damit sie sich entfalten konnten. Gleich danach gab es leckeren Tütenfraß. Man mag es nicht glauben, aber wenn man Hunger hat, schmeckt einem alles! Nach dem Essen waren wir nicht gerade gesprächig mit unseren "Mitbewohnern" und machten uns auch schon bettfertig. Es ist sehr, sehr lange her, dass ich um ca. 19 Uhr im Bett war! Glücklicherweise hatten wir Ohrstöpsel dabei, weil die anderen sich lebhaft und noch lange unterhielten. Fazit: für 8,5 km, die laut Broschüre in drei Stunden (schlechtes Wetter fünf Stunden) machbar sein sollten, benötigten wir 4,5 Stunden! (Start 10:30 Uhr, Hütte 15:00 Uhr)
Was für ein jämmerlicher Fitnesszustand .....
Sonntag, 27. Januar 2008
Donnerstag, 17. Januar 2008
Tongariro National Park (21.12.07 bis 24.12.07)
21.12.:
Unser Urlaub sollte mit einer großen Wanderung anfangen, und zwar mit dem Tongariro Northern Circuit. Da wir beide nicht ganz so fit sind, wie Wanderer es normalerweise sein sollten, entschieden wir uns für eine fünftägige Tour, damit wir uns ausgiebig Zeit lassen konnten beim Fotografieren und Wandern. Nachdem also alles eingepackt war (Rucksäcke, Koffer, Taschen, Kamerataschen) holte ich, die Kurze, den Langen von der Arbeit ab. Der war bis oben hin mit Gegrilltem abgefüllt und platzte aus allen Nähten. Anscheinend wird bei der Arbeit jährlich zur großen Pause (Weihnachten und Neujahr) ein Abschiedsgrillen veranstaltet. Um ca. 15 Uhr holte ich also den Langen ab. Endlich ging die Fahrt gen Norden los. Unsere Unterkunft in der Jugendherberge war bereits gebucht, so dass wir uns mit ruhigem Gewissen Zeit lassen und die Gegend genießen konnten. Genießen konnte man viel. Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt begann sich die Gegend zu "transformieren". Aus den mit Häusern bebauten Hügeln wurden aufeinmal unbewohnte mit Schafen bevölkerte Hügel, die wie eine große Armee die Wiesen abgrasten. Weit und breit keine großen Zeichen von menschlicher Zivilisation zu sehen: nur Schafe, saftig grüne Hügel und Zäune. Man hatte schon fast das Gefühl gehabt, man befände sich in einer Märchenlandschaft. Sagenhaft schön!!!
Nach ca. 3 Stunden Fahrt erblickten wir den Vulkan Ruapehu, der uns die nächsten Tage "begleiten" sollte. Ein wahrhaftig mächtiger Riese, der, wie es schien, plötzlich in der Landschaft auftauchte - umzingelt von tausenden von Schafen. Unser Ziel, National Park - so heißt der Ort wirklich -, war nur noch eine halbe Stunde entfernt. Es juckte uns aber schon in den Fingern, und wir konnten nicht anders: wir stoppten an der Straße, um ein paar Bilder zu schießen. Dieser Anblick musste einfach eingefangen werden. Während der Lange mit Kamera und Stativ die Straße überquerte, lauschte ich den blökenden Schafen und Lämmern. Schön war das! Weniger schön war es, dass beim Stativ der Kopf fehlte, so dass dieser für den Rest der Reise nicht brauchbar war. Schade, aber Hauptsache ist, dass wir unsere eigenen Köpfe haben ;))))))
Um fast 20 Uhr kamen wir im National Park an - ein kleines "alpines" Dörfchen, das wohl im Winter aus allen Nähten platzen soll. Naja, schwierig ist das bei 500 Einwohnern ja nicht.
Ein wenig von der langen und kurvenreichen Fahrt ermüdet, schleppten wir unsere Sachen in unser Zimmer, was ein Doppelbett (eine große Matratze), ein Einzelbett und eigenes Badezimmer besaß. War zwar nichts dolles, reichte aber aus. Von unserem Zimmer aus konnte man die Vulkane in der Ferne sehen. Dieser Blick war zumindest unbezahlbar.
Vorweg noch eine kurze Info zum Tongariro National Park:
Er hat eine Fläche von 782 km^2 und gehört zu den beliebtesten Nationalparks Neuseelands. Neben seiner abwechslungsreichen Topographie, gibt es zahlreiche Vegetationszonen: Wälder, Buschland, Wüste, starkmineralhaltige Seen, Schwefelhalden, Krater und eine vegetationslose, mondähnliche Hochebene. Nicht zu vergessen: die drei noch aktiven Vulkane - liebevoll schlafende Riesen genannt - Ruapehu (2797 m), der im September letzten Jahres ein kurzes Erwachen hatte, Ngauruhoe (2291 m) und Tongariro (1968 m). Ngauruhoe, den wir umrundeten, ist der jüngste und aktivste Vulkan des Massivs. Dieser Vulkan wurde für die Trilogie "Der Herr der Ringe" digital verändert und bekam den Namen Mount Doom verpasst. Klingt bedrohlicher und lässt sich auch einfacher schreiben. Das Vergnügen kann also beginnen. Eine Karte mit den Wanderhütten und Vulkanen sieht man hier.
Unser Urlaub sollte mit einer großen Wanderung anfangen, und zwar mit dem Tongariro Northern Circuit. Da wir beide nicht ganz so fit sind, wie Wanderer es normalerweise sein sollten, entschieden wir uns für eine fünftägige Tour, damit wir uns ausgiebig Zeit lassen konnten beim Fotografieren und Wandern. Nachdem also alles eingepackt war (Rucksäcke, Koffer, Taschen, Kamerataschen) holte ich, die Kurze, den Langen von der Arbeit ab. Der war bis oben hin mit Gegrilltem abgefüllt und platzte aus allen Nähten. Anscheinend wird bei der Arbeit jährlich zur großen Pause (Weihnachten und Neujahr) ein Abschiedsgrillen veranstaltet. Um ca. 15 Uhr holte ich also den Langen ab. Endlich ging die Fahrt gen Norden los. Unsere Unterkunft in der Jugendherberge war bereits gebucht, so dass wir uns mit ruhigem Gewissen Zeit lassen und die Gegend genießen konnten. Genießen konnte man viel. Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt begann sich die Gegend zu "transformieren". Aus den mit Häusern bebauten Hügeln wurden aufeinmal unbewohnte mit Schafen bevölkerte Hügel, die wie eine große Armee die Wiesen abgrasten. Weit und breit keine großen Zeichen von menschlicher Zivilisation zu sehen: nur Schafe, saftig grüne Hügel und Zäune. Man hatte schon fast das Gefühl gehabt, man befände sich in einer Märchenlandschaft. Sagenhaft schön!!!
Nach ca. 3 Stunden Fahrt erblickten wir den Vulkan Ruapehu, der uns die nächsten Tage "begleiten" sollte. Ein wahrhaftig mächtiger Riese, der, wie es schien, plötzlich in der Landschaft auftauchte - umzingelt von tausenden von Schafen. Unser Ziel, National Park - so heißt der Ort wirklich -, war nur noch eine halbe Stunde entfernt. Es juckte uns aber schon in den Fingern, und wir konnten nicht anders: wir stoppten an der Straße, um ein paar Bilder zu schießen. Dieser Anblick musste einfach eingefangen werden. Während der Lange mit Kamera und Stativ die Straße überquerte, lauschte ich den blökenden Schafen und Lämmern. Schön war das! Weniger schön war es, dass beim Stativ der Kopf fehlte, so dass dieser für den Rest der Reise nicht brauchbar war. Schade, aber Hauptsache ist, dass wir unsere eigenen Köpfe haben ;))))))
Um fast 20 Uhr kamen wir im National Park an - ein kleines "alpines" Dörfchen, das wohl im Winter aus allen Nähten platzen soll. Naja, schwierig ist das bei 500 Einwohnern ja nicht.
Ein wenig von der langen und kurvenreichen Fahrt ermüdet, schleppten wir unsere Sachen in unser Zimmer, was ein Doppelbett (eine große Matratze), ein Einzelbett und eigenes Badezimmer besaß. War zwar nichts dolles, reichte aber aus. Von unserem Zimmer aus konnte man die Vulkane in der Ferne sehen. Dieser Blick war zumindest unbezahlbar.
Vorweg noch eine kurze Info zum Tongariro National Park:
Er hat eine Fläche von 782 km^2 und gehört zu den beliebtesten Nationalparks Neuseelands. Neben seiner abwechslungsreichen Topographie, gibt es zahlreiche Vegetationszonen: Wälder, Buschland, Wüste, starkmineralhaltige Seen, Schwefelhalden, Krater und eine vegetationslose, mondähnliche Hochebene. Nicht zu vergessen: die drei noch aktiven Vulkane - liebevoll schlafende Riesen genannt - Ruapehu (2797 m), der im September letzten Jahres ein kurzes Erwachen hatte, Ngauruhoe (2291 m) und Tongariro (1968 m). Ngauruhoe, den wir umrundeten, ist der jüngste und aktivste Vulkan des Massivs. Dieser Vulkan wurde für die Trilogie "Der Herr der Ringe" digital verändert und bekam den Namen Mount Doom verpasst. Klingt bedrohlicher und lässt sich auch einfacher schreiben. Das Vergnügen kann also beginnen. Eine Karte mit den Wanderhütten und Vulkanen sieht man hier.
Wieder da!
Lang ist es her mit dem letzten Eintrag in unserem Online-Tagebuch. Aber jetzt könnt ihr euch wieder auf spannende oder einschläfernde Geschichten von uns freuen. Wie ihr ja vielleicht noch wisst, waren wir vom 21.12.07 bis 04.01.08 im Urlaub. Ich muss sagen, wir hatten alles gehabt. Wirklich alles: weiche Betten, geschlossene Restaurants, wundgelaufene Füße, wunderbares Wetter, Schafe ohne Ende, Arztbesuch, Wein bis zum Abwinken, Frust, Völlerei, endlos lange Straßen, Blasen an den Händen, knurrende Mägen, Tankstellensucherei, .....
Die Liste ist lang - sehr lang. Wir haben viel gesehen und viel erlebt, so dass man nach dem Urlaub eigentlich wieder urlaubsreif war. Jetzt wird aber nicht mehr um den heißen Brei geredet.
Die Liste ist lang - sehr lang. Wir haben viel gesehen und viel erlebt, so dass man nach dem Urlaub eigentlich wieder urlaubsreif war. Jetzt wird aber nicht mehr um den heißen Brei geredet.
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