Heute schien die Sonne, und der Taranaki ließ alle Hüllen fallen. Der Anblick war faszinierend. Drumherum alles flach und dann dieser Riese - wirkte irgendwie deplaziert.
Nach einem neuseeländischen Frühstück (Muffin und Kaffee) ging die Fahrt auch schon los; zunächst an der Küste entlang Richtung Norden, um dann auf der State Highway 3 (SH3) ins Landesinnere zu fahren.
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Waitiomo ist sogesehen keine Ortschaft, sondern nur eine Ansammlung von Hotels, Pubs und ein paar touristischen Einrichtungen. Es gibt mehrere Höhlen, und jede hat ihre eigenen Besonderheiten. Die Höhle, die wir besuchen würden, gehört einem Privatmenschen. Natürlich wollten wir nicht einfach so in die Höhle gehen, um uns dort zu verirren, nein, wir hatten eine Black Water Rafting Tour gebucht. In deren Broschüre wird damit geworben, dass die Gruppengröße nur sechs Leute beträgt, und dass die Höhle naturbelassen ist. Deren Programm beinhaltete ua.: Abseilen an der Wand hinunter zur Höhle (27 Meter tief), Glühwürmchen beobachten, Black Water Rafting, Höhlenwanderung und Wand wieder hochklettern zum Ausgangspunkt.
Nach einer langen Fahrt mit wenig Pausen kamen wir in Waitomo so um ca. 12.20 Uhr an. Die Tour sollte um 13 Uhr starten. Wir freuten uns schon richtig darauf.
Man kann die Höhlen auf zwei Arten besichtigen: entweder eine "langweilige" Bootsfahrt oder die Black Water Rafting. Hierbei handelt es sich um die actionreichere Variante. Hierzu presst man sich in einen Neoprenanzug mit Gummistiefeln und bekommt noch eine Stirnlampe an den Helm gepappt. Und so saßen wir zunächst in voller Montur im heißen Tourbus zur Höhle. Nach einer kurzen Einführung in die Abseil-Technik und einer kleinen Übungseinheit ging es dann auch schon zur Höhle, vorbei an vielen Schafen, die schwarze Neoprenleutchen in einer dürren Landschaft anstarrten. Schon irgendwie komisch. Ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, dass hier irgendwo eine Höhle sein sollte. Zum Glück dauerte der Fußmarsch auch nicht allzu lang. Mit den zig Karabinern am Körper kam man sich ziemlich cool vor und 27 m Tiefe sind schon eine ganze Menge. Der Spaß war aber riesengroß. Nachdem alle unten heil angekommen waren, schnappten wir uns jeweils einen riesigen Autoschlauch. Dieser sollte unser Transportmittel auf dem tiefen Wasser sein. Wir folgten einem Bachlauf direkt ins innere der Erde. Jules Verne ließ Grüßen ;)
Das Ganze war schon ein tolles Erlebnis: die feuchten Wände schimmerten gespenstisch im fahlen Licht der Stirnlampen, und es war so still, bis auf unsere splitsch-platsch Geräusche natürlich. Mal wateten wir durch das Wasser, das uns bis zum Hals reichte (beim Langen wohl bis zur Hüfte) und mal ließen wir uns auf unseren Autoschläuchen dahintreiben. Echt klasse. Ein besonderes Highlight waren die Glühwürmchen.
Die neuseeländischen Glühwürmchen sind eine eigenartige Spezies, die außerhalb des Landes kaum anzutreffen ist. Klar, sonst würden sie ja nicht neuseeländische Glühwürmchen heißen. So, Spaß beiseite. Nirgendwo auf der Welt wird man so viele schimmernde Lebewesen an einem Ort sehen. Mit ihrer Leuchtkraft locken sie ihre Nahrung an, im Gegensatz zu den europäischen Glühwürmchen, die damit ihre Artgenossen anzuziehen versuchen. Die leuchtenden Winzlinge sind eigentlich Maden (mit der ca 2 qmm großen Leuchtfläche am Schwanzende), die ca. ein Jahr lang an den Höhlenwänden leben und glühen, bevor sie "verglühen" und zu einem mückenähnlichen Wesen herangereift sind. Ohne jegliche Organe zur Nahrungsaufnahme, ist diesen "Mücken" aber nur ein kurzes Leben beschieden, wenn sie nicht schon vorher von ihren eigenen, fresssüchtigen Artgenossen verspeist worden sind. Denn das Glühen lockt sie an, wie andere Kleinstlebewesen auch, und sie verfangen sich in den feinen Fäden, die sie selbst gesponnen haben.
Diese Lebenswesen sind schon sehr beeindruckend und erst recht, wenn sie zu abertausenden eine dunkle Höhle so ausleuchten können, dass man sogar die Silouette der eigenen Hand sehen konnte. An einigen Stellen der Höhle konnte man sich in seinen Autoschlau setzen und sich dahingleiten lassen und den "Sternenhimmel" über einen betrachten. Herrlich!!! Wir selber konnten keine Fotos machen, weil wir kein wasserdichtes Gehäuse für die Kamera besitzen, aber unser Tourguide knipste dafür ordentlich. Diese konnte man natürlich am Ende der Tour käuflich erwerben. Halsabschneider gibt es auch hier Downunder! Der Lange und ich erwarteten eigentlich mehr Action, aber die Tour war trotzdem gut so, und vor allen Dingen sehr beeindruckend. Klitschnass kletterten wir die "Abstiegswand" wieder hoch und sahen somit wieder Sonnenlicht und Schafe. Kurz abgeduscht und wieder in trockenen Klamotten fuhren wir zum Ausgangspunkt dieser Tour zurück, wo wir alle eine kleine Tasse heiße Suppe bekamen, während wir auf die Foto CD warteten. Einige dieser Fotos könnt ihr bei Flickr sehen. Diese Tour lohnt sich allemal!!!
Es war inzwischen nach 18 Uhr, und die Fahrt nach Taupo stand noch bevor.
Nichts Böses ahnend fuhren wir auf der SH30 Richtung Taupo. Doch plötzlich meldete sich unser Tank. Der hatte Hunger und wollte gefüttert werden. Man sollte doch meinen, dass es in einem so großen Land zahlreiche Tankstellen geben sollte. Tja, Pustekuchen. Dank unseres Navigationsgerätes, den ich ab jetzt mal Navman nenne, fanden wir eine Tankstelle, die auf unserer Route lag. Das Problem war nur, dass diese schon geschlossen hatte. Auch wenn man ein Hybridauto besitzt, Wunder kann man nicht erwarten und bis Taupo hätten wir es garantiert nicht geschafft. So standen wir nun an der geschlossenen Tanke im Nirgendwo. Wir sind zwar Mitglied beim neuseeländischen ADAC, hier AA, aber wegen eines leeren Tankes wären die auch nicht kostenlos gekommen. Tja, was nun? Eine Horde Jugendlicher fuhr mit Fahrrädern an uns vorbei. Uns blieb nichts anderes über, als diese nach der nächsten Tanke zu fragen. Sie wollten uns nach Tokoroa (nördlich von Taupo an der SH1) schicken, was für meinen Geschmack recht weit weg war.
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Ich versuchte nun so sparsam wie möglich zu fahren. Im Klartext hieß das mit 70 km/h durch die Gegend zu tuckern, mit der ständigen Befürchtung, dass man den nächsten Hügel nicht mehr schafft, wovon es ziemlich viele gab. Hochkonzentriert und schweigsam fuhren wir nun nach Tokoroa. Die Sonne war schon am Untergehen, und ich sah uns, die Nacht im Wald verbringend. Uns plumpste ein rieser Brocken vom Herzen, als wir in Tokoroa an der geöffneten Tanke ankamen. Jetzt muss ich auch unseren Wagen loben, der wirklich sparsam fahren kann. Zwar nimmt er es einem Übel, wenn man ihn nicht abschließt, aber die Geschichte kennt ihr ja. Wir sind tatsächlich über 70 km auf Reserve gefahren, und das über Hügel und durch Täler. Tja, eigentlich war bisher Tanken kein Problem gewesen, aber die, die auf dem Lande sind, schließen nun auch schon um 18 Uhr oder eher. Ab jetzt wird das dick hinter die Ohren geschrieben! Unsere Mägen waren inzwischen auch auf Reserve, aber wieder einmal hatte kein Restaurant geöffnet. Das war zum Mäusemelken. Halb ausgehungert und sehr spät am Abend kamen wir in Taupo an. Zunächst waren wir auf Restaurantsuche, aber auch hier fanden wir auf die Schnelle erstmal nichts. So entschlossen wir uns, unsere Sachen zur Jugendherberge zu fahren. Kaum alles abgeworfen, machten wir uns auf Futtersuche. Und tatsächlich fanden wir ein Restaurant im Mexiko-Stil. Drinnen fanden wir einen Böden vor, der vor lauter Erdnussschalen nicht zu sehen war. Man warf den Erdnussmüll einfach auf den Boden. Ab und dann wurde von den Kellnern auch mal durchgefegt, oder wie der Lange als kleines Kind zu sagen pflegte: "Es wurde auch mal gebest". Wir stürzten uns also auf die Erdnüsse, die kostenlos angeboten wurden. Das Essen ließ auf sich warten, aber durch die Erdnüsse hatten wir schon einmal eine gute Grundlage. Vollgefressen fuhren wir wieder zur Jugendherberge zurück, wo wir zwei Nächte verbringen wollten. Am nächsten Tag konnten wir uns also Taupo in Ruhe anschauen.