In der Nacht hatte es geregnet. Dank der Ohrstöpsel hatten wir eine ruhige Nacht mit unserem Schnarcher. Die anderen, die in den benachbarten Zimmern schliefen, hatten anscheinend nicht so gut schlafen können. Der Schnarcher war wohl gut am Sägen gewesen.
Es war bewölkt, aber trocken. Um ca. 8:35 Uhr machten wir uns auf den Weg. Heute gab es keine schwierigen Etappen zu meistern - alles war sehr flach. Das war eine ideale Fläche für den Wind, der ständig zunahm. Jacken mussten also angezogen werden. Es gab wahrlich nichts Besonderes zu sehen; nur öde, ebene Flächen, Schotter und ausgetrocknete Flussbetten. Meine Gedanken drehten sich ständig darum, am Heilig Abend nicht bei der Familie sein zu können. Der Heimweh nagte kräftig an mir, und ich kämpfte ständig gegen die Tränen. Der Wind trocknete diese aber schnell weg. Meine Laune war auf dem Tiefstpunkt, was man den Fotos auch ansehen kann. Die Blase am Fuß war diesbezüglich auch nicht gerade hilfreich.
So um die Mittagszeit machten wir einen kleinen Abstecher zum Unteren Tama See (ca. 10 Minuten vom Hauptweg entfernt). Zum Oberen Tama See, der über einen steilen Weg erreichbar und ca. 1 Std. und 30 Min. entfernt war, konnten wir uns nicht überreden. Am Unteren Tama See aßen wir dann auch unseren Müsliriegel. Das war für mich immer eine Gratwanderung zwischen Energiezufuhr und Sich-Übergeben. Ich konnte diese Dinger nicht mehr sehen. Wenigstens der Blick über den See war eine Wonne, obwohl der Wind es ungemütlich machte. Fotos mussten aber dennoch geschossen werden ;)))
Bevor wir ganz auskühlten, machten wir uns wieder auf den Weg. Die graue Landschaft wurde hier und da durch einige grüne Farbtupfer geschmückt. Das Grünzeug kam immer näher. Yippie!!!
Der Hauptweg teilte sich nun. Wir entschieden uns für den Wasserfall. Der Weg dorthin führte über eine lange Treppe hinab durch Busch und Bäume, die wir schon sooooooo lange nicht mehr gesehen hatten. Vorbei am Wasserfall führte unser Weg in die Zivilisation am Wasser entlang durch einen Buchenwald. Vögel zwitscherten fröhlich vor sich hin, was wir sehr genossen.
Um kurz vor 16 Uhr kamen wir an unserem Startpunkt an - Whakapapa Village. Unser Weg führte uns zunächst in die DOC-Zentrale, wo wir etwas Geld zurück bekamen, da wir ja nicht fünf Tage, sondern nur 3 Tage unterwegs waren. Nach einem kleinen Abstecher zur Toilette und eine kurze Wanderung durch die Austellung des DOC (Department of Conservation) wollten wir uns noch einen Kaffee im Cafe gönnen, aber leider war dies schon geschlossen. Den Schweizer, den wir in der letzten Hütte kennengelernt hatten, trafen wir hier wieder. Der wartete vergeblich auf seinen Transport zur nächsten Stadt. Wir entschieden uns, ihn bis zur nächsten großen Kreuzung mitzunehmen. Da hatte er deutlich mehr Chancen auf Mitnahme. Nachdem wir unser Gepäck abholten, was sich bis jetzt in der National Park Jugendherberge befand, machten wir uns auf den Weg nach Wellington. Unterwegs wollten wir etwas essen. Ihr glaubt ja gar nicht, wie schwierig es abends hier mit Futtersuche sein kann. Die Restaurants hatten irgendwie alle zu. Am 24. lag das nicht. Die Neuseeländer feiern, wie die Amerikaner auch, Weihnachten am 25.12. Pubs und Bars hatten noch geöffnet, wo es nur Pommes usw. gab. Wir wollten aber etwas ordentliches zu essen haben. Unsere Entscheidung fiel auf Denny's in Wellington, von dem wir wussten, das dieser laut Anzeige 24 Stunden 7 Tage die Woche geöffnet haben soll. Mit knurrendem Mägen fuhren wir also nach Wellington. Sehr spät am Abend kamen wir an. Nur leider hatte auch Denny's geschlossen. Was für ein Weihnachten. Hungrig und müffelnd suchten wir verzweifelt ein Restaurant. In solchen Momenten wünscht man sich wirklich wieder nach Deutschland!!!
Schließlich fanden wir ein indisches Restaurant, wo wir hineinstürmten und fast alles bestellten, was sich auf der Karte befand. War natürlich viel zu viel, aber hier in NZ sind sogenannte Doggy Packs üblich (übrig gebliebenes Essen mitnehmen). Vollgestopft bis kurz vorm Platzen, überreichte mir der Lange unser Weihnachtsgeschenk von meinen Schwiegereltern. Der Lange wusste, was sich in der Karte befand - er war schließlich auch derjenige, der das Geschenk vor Ort besorgt hatte.
Es waren zwei Konzertkarten für "The Police" am 17.01.2008 in Wellington. Ein Grinsen machte sich in meinem Gesicht breit. Die Freude war riesig. Nochmals Danke meine Lieben!!!!!!!
Müde und vollgefressen machten wir uns auf den Heimweg, wo eine heiße Dusche sehnsüchtig auf uns wartete.
Sonntag, 10. Februar 2008
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen