Freitag, 22. Februar 2008

25. und 26.12.07

Nachdem wir den verregneten 25. in Wellington in unseren vier Wänden verbrachten, machten wir uns am 26.12. ausgeschlafen und frisch gewaschen auf den Weg nach Norden - wieder. Die Fortsetzung unseres Urlaubes sollte in dem kleinen Örtchen Hawera, im Taranaki National Park, stattfinden. Herzstück dieses Parks ist der Vulkan Taranaki oder auch Mt. Egmont, wie die weißen Neuseeländer ihn nennen. Er ist 2518m hoch und wirkt wie ein schlafender Riese am äußersten Westzipfel der Nordinsel.

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Nach einer Legende der Maori soll Taranaki zusammen mit anderen Bergen im Zentrum der Nordinsel gelebt haben. Als er aber mit der Frau des Tongariro (den kennt ihr ja jetzt auch) ein Verhältnis begann, wurde er aus dem Kreis der Bergriesen verbannt. Vom Inneren der Insel wanderte er nach Westen. Auf seinem Weg hinterließ er tiefe Spuren, unter anderem Whanganui River (siehe 7. bis 9.2.08), bis er schließlich an seiner heutigen Position zur Ruhe kam. A propos Ruhe - seinen letzten Ausbruch hatte er 1636. Seinen "weißen" Namen verdankt er dem Earl of Egmont, dem ersten Lord der Admiralität. Beinahe hätte er auch noch einen dritten, französischen Namen erhalten, welcher sich aber nicht durchsetzen konnte. Der "Fudschijama Neuseelands", wie in viele auch noch nennen, ist das Wahrzeichen eines fast 340 qkm großen National Parks, der sich in einem Radius von etwa 10 km um den Gipfel erstreckt. Dieser Berg ist nämlich der zweitperfekteste Kegelvulkan nach dem Fudschijama. Er hat nur eine kleine Beule an der Seite, aber da muß man schon genau hinschauen.
Nach einer langen Fahrt, dieses Mal an der Westküste entlang, kamen wir am späten Nachmittag im kleinen Örtchen Hawera an. In Wellington schien die Sonne; hier mussten wir uns mit dicken Wolken und leichtem Nieselregen abfinden. Die Spitze des Taranaki konnte man nicht sehen. Naja, was soll's. Zunächst brachten wir unsere Habseligkeiten in unsere Unterkunft - Wheatly Downs Farmstay. Ja, Farmstay, wo es auch Tiere gibt ;) Empfangen wurden wir von einem niedlichen, aber strengriechenden Hund. Sonst war niemand da. Der Hund wurde ausgiebig gestreichelt. Der bettelte förmlich danach. Anscheinend wird er wohl nicht so häufig gestreichelt. Nachdem ich meine Hände danach beschnupperte, war mir auch klar, warum. Ich roch jetzt auch nach Landhund. Tja, was erwartet man denn schon! Wir ließen uns selbst in unser Zimmer hinein und wuschen uns kräftig die Hände. Jetzt war es aber erstmal an der Zeit, etwas Essen zu gehen. Der Hund wurde nicht mehr angefasst, auch wenn er uns noch so lieb anschaute. So fuhren also durch die Gegend und konsultierten unser Navigationsgerät ausgiebig auf Restaurants. Aber irgendwie scheint ein Fluch auf unseren leeren Mägen zu liegen. Es hatte kein Restaurant geöffnet. Mal wieder!!! So fuhren wir von einer verschlossen Tür zur nächsten und immer wieder am KFC vorbei. Die hatten immer auf. Wir weigerten uns aber vehemment dagegen. Der letzte KFC-Fraß war uns noch sehr gut in Erinnerung, und zwar nicht in aller bester. Halbverhungert ergaben wir uns aber doch, und gaben KFC eine zweite Chance. Wieder einmal tief enttäuscht, wollten wir noch einen Verdauungsspaziergang machen, was auch wirklich nötig war nach dieser fettigen Pampe. Das Ziel war auch klar: ab zum Taranaki!!!
Um den Berg ist es sehr flach, so dass der schneebedeckte Taranaki immer sehr gut zu sehen war. Hier und da ein paar Mal abbiegen, und schon waren wir in einer Allee, die uns direkt zum Taranaki führte. Ich muss sagen, dass dieser Teil der Fahrt sehr beeindruckend war. Man tauchte förmlich in eine Traumlandschaft ein. Rechts und links hohe Bäume, deren Kronen sich meterhoch über der Straße trafen und einem den Blick zum Himmel versperrten. Diese Fahrt muss man gemacht haben, und zwar war es die Straße, die zu den Dawson Falls (Dawson Wasserfällen) führte.

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Der Wagen wurde kurzerhand am Miniparkplatz abgestellt. Ausgesucht hatten wir uns den Kapuni Weg - ein einfacher Weg von einer Stunde Gehzeit. Dieser führte über einen Lavastrom zum Wasserfall. Vom Lavastrom hatte ich nicht viel gemerkt, wohl aber den matschigen Boden. Gerade an diesem Tag hatte ich nun keine Wanderschuhe an, sondern Sandalen. Dann fing es auch noch an zu regnen, somit wurde ich von unten und oben leicht nass. Aber der Rundweg lohnte sich allemal. Dicht bewachsenes Grün und frische, klare Luft. Tief durchatmen und genießen .... und nebenbei noch Fotos knipsen. Nachdem wir für Körper und Seele für Erholung gesorgt hatten, fuhren wir wieder zu unserer Unterkunft. Die Farm lag etwas außerhalb von Hawera. Und wenn man schon auf einer Farm ist, muss man sich auch die Tiere angucken. Ich hatte bißchen mehr erwatet als nur paar Schafe und Kühe (vielleicht hatten sich die anderen nur vor mir versteckt?), aber die Schweine und die kleinen Ferkel machten alles wett. Der Lange und ich befanden uns inmitten von superdreckigen Schweinen und den niedlichen Ferkeln. Ehe wir uns versahen, waren wir auch schon umzingelt. Am liebsten hätte ich die kleinen Ferkel geknuddelt, aber wer weiß, was deren Mamas mit mir dann gemacht hätten. Wohlmöglich einen großen Apfel in Mund und ab auf den Spieß ;)
Es wurde auch schon ziemlich schnell dunkel, und der Taranaki war immer noch wolkenbehangen. Wir hofften auf bessere Sicht am nächsten Morgen.

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