Die Gondeln wurden in der Schweiz hergestellt (hmm, warum wohl) und können jeweils 4 Personen transportiern. Wir hatten eine ganz für uns. Traute sich wohl keiner, zu den Fässern zuzusteigen..... Oben angekommen, hätten wir uns in den Hintern beißen können. Nicht weil wir Hunger hatten, nein, weil der Ausblick hier so traumhaft war, dass man das Frühstück hätte hier einnehmen können. Hier gibt es unter anderem auch eine Sommerrodelbahn. Auf einer Art Schlitten fährt man den Berg hinunter, um dann mit dem Skilift wieder hochgefahren zu werden. Bei so einem tollen Wetter könnt ihr euch ja die dementsprechende Schlange vorstellen. Darauf hatten wir keine große Lust. Außerdem hätte man zwei tödliche Geschosse niemandem zumuten können (p=mv sage ich da nur). Nachdem wir das Panorama ausführlich weggeknipst hatten, wollten wir dann auch weiter. Unser nächster Halt war das Agrodome, was sich in einem Themenpark befindet (www.agrodome.co.nz). Hier findet das (Action-)Herz fast alles, was es sich nur wünscht. Man kann z.B. wie Jacki Chan in einem "Hamster-Laufball" einen Berg hinunterlaufen. Schon verrückt diese Engländer, ich meine natürlich Neuseeländer! Unser Interesse galt aber der Schaf-Show. Schon irgendwie lustig: trotz ihrer 40 Millionen Schafe in diesem Land, werden die Neuseeländer nicht müde, alles rund ums Schaf zu bestaunen. Nachdem die Touris aus aller Welt in einer großen Halle zusammengefercht werden, werden diese mit Kopfhörern ausgestattet, wo sie über einen Pult vor ihnen ihre Sprache aussuchen können, in der sie die Show verfolgen wollen. Die Show unterrichtet umfassend, aber auch witzig, über Neuseelands wichtigsten Exportartikel. Aufzucht und Schafschur werden vorgeführt. Wusstet ihr, dass es bei Schafen einen bestimmten Punkt in der Lendengegend gibt, der, wenn man auf ihn drückt, das Schaf dazu bringt, das Bein auszustrecken? Sieht schon sehr lustig aus, aber bei der Schafschur muss man eben gewisse Tricks draufhaben. Es werden ca. 19 Schafarten vorgestellt, die auf der Bühne ihre gewisse Positionen auf einem "Dreieck" haben. Damit sie auch da bleiben, wo sie sein sollen, werden sie angekettet, und ein kleines Becherchen auf Maulhöhe wird mit Leckerlies gefüllt. Schafe sind aber nicht dumm. Naja, zumindest sind einige nicht dumm. Diese stiebitzten nämlich immer schön beim Nachbarn aus dem Becherchen. Die obere Reihe an Schafen stellten die Wollschafe dar, mit dem (Super-) Merino an der Spitze - die untere Reihe die Fleischschafe bzw. ein Milchschaf - unser Ostfriesen-Schaf! Von denen gibt es aber anscheinend nicht so viele hier, was den extrem hohen Schafsfeta-Preis erklärt. Als der Moderator bei einem Schaf anhielt und erzählte, das dessen Fleisch am leckersten sei, hielt er dem Schaf die Lauschlappen zu. Ist das nicht süß??? Die beeindruckende Geschicklichkeit der abgerichteten Hirtenhunde wurde auch vorgeführt. Kühe kamen bei der Schaf-Show aber auch vor. Man hatte sogar die Möglichkeit, die Kuh eigenhändig zu melken. Mein persönlicher Lieblingspart war der mit den Lämmern. Einige Zuschauer hatten die Möglichkeit, die kleinen Lämmer mit der Flasche zu füttern!!! Ich war leider nicht darunter, aber ich hatte diese ja ausführlich vor der Show streicheln können. Sie waren für jeden zugänglich in einem Seitenbereich der Halle. Ich war neugierig genug, überall mal reinzuschauen. Ihr könnt euch ja gar nicht vorstellen, was für Luftsprünge mein Herz machte. (Einige können sich das schon vorstellen ;)) Ich hatte sie geknufft, gestreichelt, und am liebsten alle mitgenommen. Und nicht zum Verzehr, denn das hätte ich nicht über Herz gebracht. Sie knabberten ständig an meiner Hose, weil sie ziemlich hungrig waren, damit sie bei der Show auch kräftig an den Fläschchen nuckelten, was sie auch taten. Am Ende der Show hatte man die Möglichkeit, die Schafe zu piesacken. Natürlich waren sie noch immer angebunden, sonst hätte sich wahrscheinlich keiner rangetraut. Vorbei an stinkenden Schafen und deren Hinterlassenschaften, fassten wir auch das Merinoschaf an. Es hat ein unsagbar dichtes und unter der Dreckkruste ein sehr weiches Fell. Wer möchte nicht im Winter damit herumlaufen? Der Winter ist noch in weiter Entfernung, sowie unser nächstes Ziel: die Coromandel-Halbinsel. Um genauer zu sein, war es ein kleines Örtchen namens Whitianga auf der Coromandel-Halbinsel.

Es war eine schöne, aber auch elendig lange Fahrt durch einen Teil des Coromandel Forest Parks. Besonders der letzte Abschnitt war sehr kurvenreich und häufig sogar schon für ein Auto fast zu eng zu befahren. Und dann noch Gegenverkehr! Aber über die Fahrweise der Neuseeländer wird es noch einen gesonderten Blog-Text geben.
Nirgedwo im Land ist auf einem Gebiet die Landschaft so kontrastreich wie hier auf der Halbinsel. Auf der einen Seite bizarre Berge vulkanischen Ursprungs, von üppigem Busch überwuchert und auf der anderen Seite eine tief zerklüfftete Küste mit traumhaften Buchten und Sandstränden, die von Pohutukawa-Bäumen gesäumt sind. Um die Weihnachtszeit entfalten sie ihre Blütenpracht. Daher werden sie von den Neuseeländern auch Christmas-Tree (Weihnachtsbaum) genannt.
Spät am Abend und arg ausgelaugt kamen wir dann schließlich in der Jugendherberge an. Händewaschen und Zähneputzen waren hier eine Herausforderung: das Waschbecken war winzig, ja fast "mikroskopisch" klein, so dass man beim Ausspucken des Zahnpasta-Schaumes regelrecht Angst hatte, daneben zu spucken. Wir stellen uns eben gerne solchen Herausvorderungen. Wenigstens die Dusche war Standardgröße. Frisch geduscht gingen wir dann auch bald zu Bett. Unser Zimmer befand sich, sowie alle anderen in der Etage auch, gleich am Gemeinschaftsraum. Nur unseres hatte den Fernseher des Gemeinschaftsraumes gleich an der Wand. Es wurde recht lange von den anderen Fernsehen geschaut mit einer nicht zu überhörenden Lautstärke. Gelobt seien unsere Ohrstöpsel! Amen.
