Mittwoch, 28. Mai 2008

31.12.07 Whitianga

Whitianga ist eine kleine Stadt, oder ich sollte besser sagen ein großes Dorf mit ca. 4000 Einwohnern. Hier gibt es aber wahrscheinlich mehr Boote als Menschen. Der Hafen war vollgestopft mit Booten in allen erdenklichen Größen und Preiskategorien. Man kam sich hier vor wie am Mittelmeer. Strand soweit das Auge reicht. Auch heute war das Wetter fantastisch. Anstatt diesen tollen Tag nur am Strand zu verbringen, entschieden wir uns zu einer Wanderung. Wir wollten ja schließlich etwas sehen. Gesagt, getan. Vollbepackt mit Sonnencreme, Wasser Äpfeln, und Müsliriegeln machten wir uns auf den Weg zur Fähre. Die Überfahrt zur anderen Seite war zwar sehr kurz, aber schön. Wenn man bedenkt, dass man für dasselbe Ziel mit dem Auto fast 46 km (ca. 41 Minuten) fahren müsste, weil man ganz herumfahren muss, lohnt sich dann schon die Fährfahrt für nur einen Dollar, und man ist in wenigen Minuten drüben. Unser erster Aussichtspunkt war der Whitianga Rock mit einem herrlichen Blick über die Back Bay und den Hafenbereich. Der Weg zu dieser Erhöhung lag zum Gück unter schattenspendenden Bäumen. Der Weg war nicht lang, aber doch relativ steil. Auch hatten wir den Anfand dieses Wanderweges zunächst verpaßt und mußten nochmal etwas zurückgehen. Aber oben angekommen wurden wir mal wieder mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. Und da ging es dann auch schon dem ersten Apfel an den Kragen. Danach schlugen wir uns dann weiter durch den Busch ohne genau zu wissen, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg waren. Dieser Wanderweg war nicht wirklich gut besucht und dadurch auch nicht sonderlich gut ausgetreten. Interessant war auch noch die Stelle, an der wir ein Stück an einem alten Maori Verteidigungswall vorbeigingen. Der Regen hatte zwar mittlerweile den größten Teil erodiert, aber die Maori hier am Wasser haben sich vorwiegend von Muscheln ernährt, und die Schalen dann alle über den Wall geworfen. Und der Boden war immer noch überseht mit Muschelresten.
Immer an der Küste entlanggehend sind wir auch über den "Shakespeare Kliff" gekommen. Wieder ein Platz mit wunderschöner Aussicht auf blaues Wasser, grüne Hügel und imposante Kliffs. Und das Wasser voll mit Segel- und Motorbooten. Auch an dem Restaurant Eggsentric kamen wir vorbei. Es wird von eimen (wohl exzentrischen) Künstler betrieben, der das Restaurant auch als Austellungsbereich für seine Skulpturen benutzt. Da dieses Restaurant in unserem Reiseführer als besonders empfehlenswert beschrieben wurde, wollten wir uns dort doch ein kleines Mittagessen gönnen. Leider bekamen wir nichts mehr zu Beißen, da die Küche für das abendliche Sylvester Dinner schließen mußte um mit den Vorbereitungen dafür zu beginnen. Da wir schon einmal vor Ort waren, haben wir dann gleich einen Tisch für ein Abendessen am nächsten Tag bestellt.


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Von der Wärme und stetigen Sonneneinstrahlung ermüdet, machten wir uns wieder auf den Rückweg, mit der Fähre zurück nach Whitianga, und dann zur Unterkunft. Und wenn man mit offenen Augen so durch die Straßen zieht, dann sieht man sehr häufig, dass die Häuser 2 Garagen haben. Das sind keine Doppelgaragen, sondern eine normal große Garage und eine supergroße Garage. Man muß es mit eigenen Augen gesehen haben, wie sich so eine Garage öffnet und dann ein kleiner Traktor dadrin parkt mit einem riesigen Boot dahinter. Ja wirklich, eine Garage für das eigene Boot. Und nicht nur eine kleine Jolle, nein ein großes, mit 2 Mitsubishi Motoren ausgestattetes vollwertiges Boot. Und dann zieht dieser kleine, eigens nur dafür vorhandene, Trekker das Boot aus der Garage zum Hafen. Unglaublich, aber wahr.
Eine andere unglaubliche Eigenart der Kiwis ist ihr Wunsch nach Komfort am Strand. Anders kann man es sich nicht erklären, dass wir so viele Sofas am Strand gesehen haben. Mit einem kleinen Transporter oder einem größeren SUV wird das Sofa bis fast auf den Strand gefahren, dann etwa 1.5 Meter vom Auto entfernt aufgestellt und sich draufgesetzt und auf das Meer geschaut. Keine Ahnung, ob das ein extra Strandsofa ist, oder das Sofa aus dem Wohnzimmer dafür verwendet wird. Es sieht auf jedenfall sehr, sehr ungewöhnlich aus.

Auf der Suche nach einem besonderen Sylvesteressen hat es uns dann nach einer kleinen Erhohlungspause in der Unterkunft wieder in das Dorfzentrum von Whitianga getrieben. Etliche Szenebars und -restaurants waren voll ausgebucht, aber ein Thai Restaurant hatte noch auf. Wir haben noch nie beim Thailänder gegessen, zumindest können wir uns nicht daran erinnern. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, dort einzukehren, zumal es auch nicht viele Alternativen gab. Wir waren sehr angenehm überrascht über das leckere Essen, was wir dort bekommen hatten und haben thailändisches Essen seit dem immer mal wieder gerne gewählt. So gegen 22 Uhr verließen wir das Restaurant und schlenderten auf Umwegen zurück zu unserer Unterkunft, wo wir so gegen 23:30 ankamen. Noch ein paar nette Worte mit den anderen Gästen gewechselt, und dann wollten wir den Jahreswechsel bei sommerlichen Temperaturen am Strand verbringen. Wo kann man das sonst schon erleben? Von Feuerwerk kann um Mitternacht nicht großartig die Rede sein, da an den Vortagen keines verkauft wird. Ein paar einzelne Raketen stiegen auf, aber ein Erhellen des Himmels war nicht wirklich erfolgt. Keine 5 Minuten nach Mitternacht fing es so langsam an zu nieseln, was uns dann zurück zur Herberge führte, wo wir gerade mit Beginn des Regens eintrafen. Das war mal ein anderes, aber trotzdem sehr interessantes Sylvester, mit T-Shirt, kurzer Hose, Badelatschen und den Magen voll mit thailändischen Leckereien.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Danke sehr an den Autor.

Gruss Nanna